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Fünf Tote bei Anschlag auf Kirche

Zwei Angreifer haben ein Blutbad unter den Gottesdienstbesuchern einer Kirche im Diplomatenviertel der pakistanischen Hauptstadt Islamabad angerichtet.

Fünf Menschen, darunter nach Angaben der US-Botschaft zwei Amerikanerinnen, kamen bei der Explosion von drei Handgranaten ums Leben. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mitteilte, befand sich unter den rund 45 Verletzten eine Deutsche. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch ein Deutscher oder eine Deutsche unter den Toten befinden.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf verurteilte den zweiten Angriff auf Christen in seinem Land seit dem 11. September als „abscheulichen Akt des Terrorismus“. US-Präsident George W. Bush sprach von einem Terroranschlag und erklärte, er werde mit der pakistanischen Regierung zusammenarbeiten, um die Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Der britische Aussenminister Jack Straw sprach im Namen seiner Regierung den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. Er sagte, Extremisten hätten den Anschlag verübt, um die pakistanische Regierung zu destabilisieren.

Nach Angaben der Polizei und Augenzeugenberichten kamen während der Predigt zwei Männer durch den Hintereingang in die freikirchliche Protestant International Church und warfen mehrere Handgranaten in die Versammlung, von denen drei explodierten. Neben den beiden Amerikanerinnen – eine Botschaftsmitarbeiterin und ihre Tochter – wurden ein Afghane und ein Pakistaner getötet. Die Nationalität des fünften Todesopfer wurde zunächst nicht bekannt.

Einer vorläufigen Bilanz zufolge waren unter den Verletzten neben einer 54-jährigen Frau aus Hamburg zwölf Pakistaner, zehn Amerikaner, fünf Briten, fünf Iraner, ein Iraker, ein Äthiopier und ein sri-lankischer Diplomat. Auch Afghanen, Schweizer, Australier und Kanadier wurden nach Angaben der Regierung verletzt. Insgesamt befanden sich rund 70 Menschen in der Kirche. Sechs oder sieben waren in ernstem Zustand.

Überlebenden zufolge brach nach den Explosionen Chaos aus. Die am Bein von einem Splitter verwundete Deutsche, eine Englischlehrerin, berichtete im Krankenhaus: „Da war Blut, Blut, Blut. Es roch schrecklich, und wir konnten kaum atmen.“ Die Frau unterrichtet an einer Schule in Pakistan afghanische Flüchtlinge.

Die Kirche befindet sich in einem besonders streng bewachten Diplomatenviertel der pakistanischen Hauptstadt, rund einen Kilometer von der US-Botschaft entfernt. Die Angreifer entkamen, obwohl Sicherheitsbeamte in der Kirche waren. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand, der Verdacht der Polizei fiel auf islamische Extremisten.

Nach den Anschlägen vom 11. September waren in Pakistan bereits Ende Oktober 15 Gottesdienstbesucher und ein muslimischer Wächter bei einem Angriff auf eine Kirche getötet worden. Musharraf hatte nach den Anschlägen auf die USA dem afghanischen Taliban-Regime die Unterstützung entzogen und am 12. Januar fünf islamische extremistische Gruppen verboten. Mehr als 2.000 Personen wurden verhaftet.

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