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Fußballplatz als Prügelbühne

Aggressionen bei Nachwuchsspielen entwickelt sich offenbar zu einem Phänomen, das zum Problem wird. In den letzten Wochen wurden beim Vorarlberger Fußballverband mehrere Tätlichkeiten bei Nachwuchs-Begegnungen aktenkundig.

  • Tatort Lustenau, 30. September: Beim U10-Spiel von Austria Lustenau gegen den FC Schwarzach kommt es zu tumultartigen Szenen. Ein Akteur der fast nur aus Migranten bestehenden Lustenauer Mannschaft verprügelt einen Schwarzacher Spieler. Während des Handgemenges unter den Zuschauern, mehrheitlich Eltern, wird eine Frau die Böschung hinuntergestoßen und verletzt.
  • Tatort Rankweil, 24. September: Im U17-Spiel RW Rankweil gegen Rätia Bludenz rastet ein türkischstämmiger Rankweil-Akteur aus und versetzt einem Bludenzer Spieler einen Faustschlag ins Gesicht.
  • Tatort Röthis, 23. September: Spielabbruch in der U17-Begegnung SC Röthis gegen den FC Hard. Eltern von Spielern beider Mannschaften geraten sich in die Haare. Es kommt zu Raufhändel am Spielfeldrand, das Match muss in der 82. Minute abgebrochen werden.

VFV-Präsident Horst Lumper ist ob solcher Szenen alles andere als begeistert. “Mir gefällt diese Entwicklung gar nicht. Vor allem nicht, dass sich das Problem zusehends auf die Eltern-Schiene verlagert. Das hat nichts mit normalen Emotionen in einem kampfbetonten Sport zu tun.” Der VFV ging zwar mit seiner Nachwuchs-Fairnessaktion “Rote Karte” bereits vor der Saison in die Offensive, “aber wir müssen da wohl noch mehr tun”, so Lumper.

Nicht verleugnen lässt sich im Vorarlberger Nachwuchsfussball ein gewisses Problem mit Migrantenkindern und vor allem deren Eltern. So löste die Lustenauer Austria eine Nachwuchsmannschaft auf, “weil sich die Spieler entsetzlich benommen haben”, berichtet Präsident Hubert Nagel, der trotzdem eine Lanze für Migranten-Fußballer bricht. “Wir hatten mit Öczan und Karatay tolle Fußballer bei uns, und die meisten unserer Migrantenkinder im Verein wissen sehr wohl, wie sie sich benehmen müssen.” Laut Experten liegt ein hohes Aggressionspotenzial vor allem bei Spielen vor, wo eine fast nur aus Migranten bestehende Mannschaft gegen ein Team mit “heimischen” Akteuren trifft.

Schieri-Ausbildung
Problematisch sind nicht selten auch die Schiedsrichterbesetzungen. Die Referees werden von den gastgebenden Vereinen gestellt. Pfeifen sie parteiisch und noch dazu in einem Match Migranten gegen “Einheimische” kann das Folgen haben. Der Verband will auch in diesem Bereich gegensteuern. “Wir bilden derzeit Schiedsrichter bis in den U11-Bereich aus. Jeder teilnehmende Verein muss in der Klasse, in der er vertreten ist, einen Schiedsrichter stellen. Wir werden die Aktion noch ausweiten”, sagt VFV-Sekretär Horst Elsner.

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