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Frauenmund Pissoirs werden versteigert

Wiens derzeit bekannteste Pissoirmuscheln werden bei eBay versteigert: In gut einem Monat sollen die umstrittenen Pissoirs aus der „Opera Toilet“, die die Form eines Frauenmundes haben, ins Internet gestellt werden, kündigte Betreiber Gerhard Neuhold im APA-Gespräch an.

Davor würden die seit drei Jahren in Gebrauch befindlichen Pissoirs noch sandgestrahlt.

Sollte das Interesse an den Muscheln in Lippenform groß sein, könne man sogar nachproduzieren. Er verstehe jedenfalls die Aufregung um seine Prachtstücke nicht, so Neuhold, der nach den gestrigen Protesten von Politikerinnen angekündigt hatte, die Anlage abzubauen. Man habe im Vorraum der Toilette Kameras montiert, deren Aufnahmen zeigen würden, dass im Laufe der Jahre nahezu alle männlichen Stadtpolitiker die Anlage benutzt hätten – ohne sich aufzuregen.

Und auch bei Touristen sei seine WC-Anlage nahe der Staatsoper immer sehr beliebt gewesen. Einmal hätte ein italienischen Pärchen vor den Pissoirs zur dort laufenden Musik Walzer getanzt. Auch seien in den vergangenen drei Jahren tausende Fotos von den Lippklos geschossen worden – vielfach von Frauen, die sich in den Herrenbereich geschlichen hätten.

Seit gestern habe er „hunderte E-Mails“ erhalten, deren Absender sich zu zwei Dritteln für die ungewöhnliche Pissoirform stark machten. Die Entscheidung, die Muscheln dennoch abzumontieren, sei getroffen worden, um sich den befürchteten Ärger mit den Behörden zu ersparen.

Dabei habe er eigentlich nur etwas Außergewöhnliches gestalten wolle: „Das hat nichts mit Sexismus zu tun“, zeigte sich Neuhold überzeugt. Nun sei man aber in einen politischen Strudel geraten.

Besonders getroffen sei davon Rudolf Scheffel, der Künstler, der die Mundmuscheln erfunden hatte. Man habe ihn jedoch überreden können, auch die Neugestaltung der Anlage zu übernehmen, die dann mit einer großen Eröffnungsfeier eingeweiht werden soll. Eines habe er aus dem Konflikt jedenfalls gelernt, so Neuhold: „Kunst ist Ansichtssache.“

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