Franzose zu Unrecht in Haft: 800.000 Entschädigung

Ein Franzose, der wegen falscher Vergewaltigungsvorwürfe mehr als sieben Jahre lang zu Unrecht in Haft saß, wird mit fast 800.000 Euro entschädigt. Ein Berufungsgericht im bretonischen Rennes sprach dem 51-Jährigen am Dienstag 797.352 Euro Schadensersatz zu. Er saß sieben Jahre und drei Monate im Gefängnis, nachdem ihm eine 14-Jährige vorgeworfen hatte, sie mehrfach vergewaltigt zu haben.


Das Schmerzensgeld ist eines der höchsten, das in der französischen Rechtsgeschichte wegen eines Fehlurteils zuerkannt wurde. Der Mann, der stets seine Unschuld beteuert hatte, war 2003 zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das 14 Jahre alte Mädchen, das ihm mehrere Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatte, nahm ihre Anschuldigungen gegen den Landarbeiter erst 2008 zurück.

Der Franzose war nach Angaben seiner Anwältin wiederholt von Mithäftlingen attackiert worden, weil er als “Kinderschänder” galt. Wegen der Angriffe versuchte er sich demnach, das Leben zu nehmen, und trat im Gefängnis in einen Hungerstreik. Die Anwältin sagte, der 51-Jährige sei “vom System zerstört, zerquetscht” worden.

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