Fotoband für das „Monument des Glaubens“

Stephansdom &copy Bilderbox
Stephansdom &copy Bilderbox
Der Stephansdom ist Wiens Wahrzeichen, Kathedrale des römisch-katholischen Erzbischofs der Bundeshauptstadt und Anziehungspunkt für geschätzte 3,5 Mio. Besucher pro Jahr.

Dem Kirchenbau – für die meisten Wiener der Mittelpunkt der Stadt – ist nun eine Buchneuerscheinung mit dem Titel „Der Stephansdom, Monument des Glaubens – Stein gewordene Geschichte“ gewidmet.

Domarchivar Reinhard H. Gruber und Fotograf Robert Bouchal widmen sich darin auf knapp 200 reich bebilderten Seiten den verschiedensten Facetten der 1137 erstmals urkundlich erwähnten Kirche. Sie führen vom Giebel des Dachstuhls bis zu den Begräbnisstätten in den Tiefen der Katakomben, schildern Historie und Kunstgeschichte des Hauses – und stellen dabei immer die Funktion als katholisches Gotteshaus in den Mittelpunkt.

Kirche weit älter als angenommen

Nach neuesten Erkenntnissen könnte es drei Vorgängerbauten von St. Stephan gegeben haben. Die Kirche dürfte also weit älter sein, als bisher angenommen, und in ihren Ursprüngen bis vor das Jahr 800 zurückreichen. Die ältesten Spuren reichen sogar bis ins 4. Jahrhundert und damit in die Spätantike. Allerdings kann nicht beantwortet werden, ob in den Steinkistengräbern aus dieser Zeit bereits Christen bestattet wurden.

“Steffl” gehört sich selbst

Eigene Kapitel sind dem Südturm, dem unvollendeten Nordturm, dem Dach und dem Dachboden, dem Riesentor und den Domportalen, dem Innenraum, Gnadenbildern und Gnadenstätten, den Glasfenstern und Nebenräumen sowie dem Dom als Begräbnisstätte gewidmet. Auch kaum Bekanntes ist zu erfahren: Gruber verrät etwa, dass der Dom – voller Name: „Metropolitan-, Dom-, Kapitel- und Pfarrkirche zu St. Stephan und Allerheiligen in Wien“ – keinen Eigentümer hat, sondern als eigene Rechtspersönlichkeit sich selbst gehört.

Aus heutiger Sicht kurios mutet der Reliquienschatz des Doms an, der in der Valentinskapelle aufbewahrt wird. Neben den Häuptern der Heiligen Kosmas und Damian wird dort nämlich auch das Tischtuch vom Letzten Abendmahl verwahrt – und das ist rot-orange gestreift. Zweifel an der Echtheit sind laut Gruber angebracht, wichtiger sei aber die Erinnerung an das damalige Geschehen, das sich bis heute in jeder Messfeier im Stephansdom erneuere.

Service:
Bouchal Robert, Reinhard H. Gruber: Der Stephansdom, Monument des Glaubens – Stein gewordene Geschichte, Pichler Verlag, ISBN: 3-85431-368-3, 192 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Preis: 29,90 Euro

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