Formel 1: Red Bull Racing in Malaysia von Startverbot bedroht

Nach dem durch Unfälle verursachten Doppel-Aus in Australien könnte auf Red Bull Racing beim Grand Prix von Malaysia ein enormes Problem zukommen.

Weil am Freitag in Sepang zum bereits zweiten Mal innerhalb weniger Tage am neuen RB4 ein Teil im Bereich des Vorderrades brach, drohte den “Bullen” aus Sicherheitsgründen sogar ein Startverbot. Das Team musste jedenfalls zum Rapport bei der FIA antreten. Beim austro-englischen Team gab man sich aber zuversichtlich, am Wochenende wie geplant am Start sein zu können.

Das war zunächst aber gar nicht so sicher. Auslöser war ein Ausritt von David Coulthard am Vormittag. Der Schotte war nach dem Bruch der Spurstange über einen Randstein gerumpelt, bei der Landung löste sich die Vorderrad-Aufhängung in ihre Einzelteile auf. Aus Sicherheitsgründen ging Coulthard, dessen Aufhängung nach dem Australien-Crash mit Felipe Masse ähnliche Erscheinungen gezeigt hatte, am Nachmittag nicht mehr an den Start.

Das Team wurde sofort zur FIA zitiert, weil man dort sicherstellen will, dass der von Adrian Newey konstruierte RB4 nicht zu filigran gebaut ist. “Ein normales Prozedere”, versicherte Red-Bull-Konsulent Helmut Marko, laut dem im beanstandeten Bereich ein Laminatsfehler aufgetreten ist. Ein menschlicher Fehler demnach.

Teamchef Christian Horner erklärte: “Das ist ein brandneuer Teil, den wir hier erstmals verwendet haben und den wir problemlos durch einen gebrauchten ersetzen können. Ich hoffe, die FIA gibt sich damit zufrieden. Formel-1-Autos sind nun mal nicht zum Fliegen gemacht.”

Marko zeigte sich dennoch besorgt. “Nach den besten Wintertests aller Zeiten, bei denen wir 11.000 Meilen problemlos gefahren sind, überrascht mich das jetzt doch”, gestand der Grazer. Laut Marko tritt das durch einen Verarbeitungsfehler erzeugte Problem dann auf, wenn das Auto auf einem Rad landet. Bei Red Bull Racing musste man jedenfalls einen schriftlichen Report erstellen.

Die Gefahr, dass am Samstag nicht alle Autos am Start sein könnten, sah Marko um 16.00 Uhr Ortszeit “nach derzeitigem Stand nicht”. Pilot Mark Webber, der nach seinem Bremsscheibenbruch von Melbourne noch geätzt hatte (“Was für ein Glück, dass wir keine Flugzeuge bauen”), hielt sich diesmal zurück, obwohl er am Vormittag von einem Motorenproblem gestoppt worden war. “Ich habe keine Bedenken, in dieses Auto einzusteigen”, sagte der Australier. Coulthard wird am Wochenende aber auf jeden Fall mit neuem Motor fahren.

So ergab sich bei Red Bull am ersten Trainingstag für den GP von Malaysia eine verkehrte Welt. Zwar wurde auch Toro Rosso von Problemen gebeutelt, am Nachmittag setzte aber Jungstar Sebastian Vettel im alten STR2-B das kleine und zum Verkauf stehende RB-Team glänzend in Szene. “Rundenzeiten erzählen nicht immer die ganze Geschichte”, schwächte der 20-jährige Deutsche ab, der selbst am Vormittag einen Bremsscheibenbruch erlitten hatte. Laut Marko verwendet Toro Rosso aber andere als Red Bull.

Vettels Teamkollege Sebastien Bourdais machte das Defekt-Kleeblatt perfekt. Am Vormittag noch unbeschadet, blieb der Franzose dann gleich in seiner ersten Runde mit Getriebeschaden liegen. Zuvor war Bourdais zum “Blitzer” des Tages avanciert. Für 64,5 km/h in der Boxengasse musste er zunächst 1.000 Euro bezahlen, zwölf Minuten später setzte es für 65,9 km/h gleich 3.000 Euro. Das Strafe ist in Cash zu bezahlen und wird wie immer in Bargeld nach Paris zur FIA gebracht.

Auf der wegen des neuen Asphalts am ersten Trainingstag sehr rutschigen Dschungel-Piste gab es wie schon eine Woche zuvor in Australien ohne Traktionskontrolle zahlreiche Ausritte. Selbst Melbourne-Sieger Lewis Hamilton, der am Nachmittag in seinem McLaren mit weichen Reifen die Tagesbestzeit vor dem Ferrari von Felipe Massa erzielte, hatte Probleme. Insgesamt blufften aber viele Teams, erst am Samstag im Qualifikationstraining (7.00 MEZ) wird man wie immer die Wahrheit wissen. Das zweite Saisonrennen 2008 findet am Ostersonntag (8.00 MEZ/live ORF 1) statt.

Für die PR-Aktion des Wochenendes hat Williams gesorgt. Air-Asia, Sponsor des einzigen privaten Spitzenteams, das nach Australien auf Platz zwei der Konstrukteurswertung liegt, hat einen Airbus “Sir Frank Williams” getauft. Zudem wurden das Flugzeug in den Williams- und das Cockpit in den Sturzhelm-Farben von Pilot Nico Rosberg bemalt

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