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Flüchtlinge in der Votivkirche fühlen sich im Stich gelassen

Einmal mehr luden die Flüchtlinge in der Votivkirche zu einem Pressetermin
Einmal mehr luden die Flüchtlinge in der Votivkirche zu einem Pressetermin ©APA
Massive Kritik an Behörden und NGOs äußerten die in der Wiener Votivkirche protestierenden Flüchtlinge am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Asylwerber machten darin erneut auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam. Sie seien vom Hungerstreik geschwächt, doch statt der versprochenen Hilfe drohe ihnen die Abschiebung, klagten mehrere der Männer.
Droht die Abschiebung?
Wieder im Hungerstreik
Doch kein FPÖ-Event
"Werden nicht missbraucht!"
Kritik an Aktivisten
Die Camper in der Kirche

Einmal mehr verlangten die Flüchtlinge bei dem Termin in der Votivkirche ein Treffen mit den zuständigen Behörden, um einen Verbleib in Österreich oder einem anderen sicheren Land zu erreichen.

“Asyl wollen ist kein Verbrechen”

“Wir wollen Asyl, das ist kein Verbrechen”, betonte einer der Flüchtlinge, die bereits seit Mitte Dezember in der Eiseskälte der Kirche übernachten und sich beim Verlassen des Gebäudes vom Zugriff der Behörden bedroht sehen. Man werde nicht ernst genommen, niemand übernehme Verantwortung, kritisierte ein anderer. “Erst wenn wir sterben, werden alle zufrieden sein.” Man überlege weitere Protestmaßnahmen, auch von der Mobilisierung aller Flüchtlinge in Österreich war die Rede.

Schwieriges Verhältnis: Flüchtlinge und UNHCR

Nicht nur das Innenministerium, das nach Angaben der Männer zwei vor einigen Wochen in Schubhaft genommene Refugee-Aktivisten nach Ungarn abschieben wolle, wurde kritisiert. Sein wahres Gesicht habe auch das Flüchtlingshochkommissariat UNHCR gezeigt, ärgerten sich die Flüchtlinge über ein am Sonntag nicht zustande gekommenes Treffen, für das die Organisation kurzfristig um einen Ortswechsel ersucht hatte. Bei den Protesten von Asylwerbern in Berlin gebe es einen wöchentlichen Round Table mit den Behörden, in Österreich nichts dergleichen.

Beim UNHCR zeigte man Verständnis für die emotionale Reaktion, man sei aber jederzeit gesprächsbereit, erklärte eine Sprecherin auf APA-Anfrage. Sie appellierte an die Flüchtlinge, den Hungerstreik zugunsten anderer Protestformen zu beenden und sich individuell rechtsberaten zu lassen. Bei der Caritas sah man erneut die Politik am Zug, nur diese könne hier für eine Lösung sorgen, so Caritas Wien-Sprecher Klaus Schwertner.

Reaktionen auf drohende Abschiebung

Kritik an den drohenden Abschiebungen übten in Aussendungen die Sozialistische Jugend sowie die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun. Die Einschüchterung von Protestierenden lasse Asylprobleme nicht verschwinden, betonte sie. Auch die Veranstalter des Flüchtlingsballs erinnerten an Missstände im Asylsystem und mahnten Verbesserungen ein.

(apa/red)

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