Flüchtlinge aus dem Servitenkloster werden bereits am Montag abgeschoben

AAbschiebung von Flüchtlingen: m Montag kam es vor dem Anhaltezentrum zu Protesten.
AAbschiebung von Flüchtlingen: m Montag kam es vor dem Anhaltezentrum zu Protesten. ©APA
Bereits am Montag sollen die ersten Flüchtlinge aus dem Servitenkloster abgeschoben werden. Die acht festgenommenen Pakistani wurden bereits aus dem Polizeianhaltezentrum in Wien in Richtung Flughafen gebracht und müssen noch am Montag das Land verlassen.
Proteste vor Anhaltezentrum
Asylanten festgenommen

Das wurde der APA am Montagvormittag seitens der Polizei bestätigt. Eine Protest-Kundgebung vor dem Anhaltezentrum, an der zwischen 80 und 100 Personen teilnahmen, war gegen 8.30 Uhr von einem massiven Polizeiaufgebot aufgelöst worden. Anschließend wurden die Männer in Richtung Flughafen Wien-Schwechat gebracht. Wann die Abschiebung genau stattfindet, wollte die Polizei nicht kundtun.

Servitenkloster-Flüchtlinge werden abgeschoben

Die acht Männer gehören zur Gruppe jener Flüchtlinge, die im vergangenen Winter wochenlang die Votivkirche besetzt hatte und später im Servitenkloster Unterschlupf gefunden hatte. Dort halten sich jetzt noch knapp 40 Flüchtlinge, fast alle aus Pakistan auf. Bei etlichen von ihnen ist das Asylverfahren noch immer nicht abgeschlossen, was der Wiener Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner heute nochmals kritisierte.

Angst vor Rückkehr nach Pakistan

Die Befürchtungen der Pakistanis gehen in die Richtung, dass ihnen bei der Heimkehr Repressalien drohen, da sie im Rahmen ihres Protests öffentlich die Regierung in Islamabad kritisiert hätten und auch auf das Vorgehen der Taliban aufmerksam gemacht hätten. Das Innenministerium verweist dagegen auf das Ergebnis einer Factfinding-Mission des Bundesasylamts in diesem Jahr, auf deren Basis dem BMI Abschiebungen möglich erscheinen.

An sich sind Abschiebungen nach Pakistan auf Basis eines EU-Rückführungsabkommens ohnehin möglich. Voraussetzung ist, dass Pakistan auch entsprechende Rücknahmezertifikate ausstellt. Dies sei bei den acht Pakistani der Fall, wie das Innenministerium auf Anfrage betonte.

Kundgebungen gegen Abschiebungen

Die erste Abschiebung von acht der sogenannten Votivkirchen-Flüchtlinge sorgt wieder für Proteste. Für heute Vormittag bzw. Mittag wurden zwei Stand-Kundgebungen angemeldet, bei denen Unmut über die Außer-Landes-Bringungen geäußert werden soll. Eine Protestveranstaltung ist vor dem Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Länder geplant, die andere vor dem Innenministerium.

Inwieweit neuerliche Besetzungen in Planung sind, war im Vorfeld nicht abschätzbar. Ein Polizeisprecher machte klar, dass es seitens der Exekutive im Nahbereich der Kundgebungen den üblichen Objektschutz geben werde.

(APA/Red)

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