Finanzminister will KESt auf Wertpapiere abschaffen

Magnus Brunner will die KESt. abschaffen.
Magnus Brunner will die KESt. abschaffen. ©APA/HANS PUNZ
Seit Jahren wird aus der Finanzbranche die Abschaffung der Wertpapier-KESt. gefordert. Und seit Jahren wird sie von der ÖVP versprochen, ohne dass etwas passiert wäre. 2022 sollte sich das nun ändern.

Finanzminister Magnus Brunner legt sich in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin trend fest. Auf die Frage, ob die KESt. auf Wertpapiere bald fallen wird, sagt er: "Ja, das ist ein ganz wichtiger Schwerpunkt für dieses Jahr. Eine steuerliche Entlastung für Investitionen in die eigene Vorsorge muss und wird kommen - und zwar mit einer Behaltefrist für Wertpapiere, um reiner Spekulation vorzubeugen. Wie lange diese genau sein wird, ist schon Gegenstand von Verhandlungen mit dem Koalitionspartner."

Nullzinsen lassen Sparguthaben dahinschmelzen

Den Ausschlag hat offenbar gegeben, dass in der aktuellen Situation von hoher Inflation bei gleichzeitigen Nullzinsen Sparguthaben noch schneller dahinschmelzen. Damit steigt in der eigenen Vorsorge der Druck für Anlagen auf den Kapitalmärkten. Einen Anreiz dafür will Finanzminister Brunner jetzt schaffen. Als konkrete Ansage, dass diese Steuer noch heuer fällt, wollte der Minister seine Aussagen nicht verstanden haben, wie es heute aus seinem Büro zur APA hieß.

Kritik von der SPÖ: Politik für die Reichen

Die SPÖ kündigte heute jedenfalls massiven Widerstand gegen die Pläne an "Gewinne aus Spekulationsgeschäften steuerfrei zu stellen". "Die ÖVP hat überhaupt keinen Genierer mehr in ihrer Politik für die Reichen und Superreichen", so SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer. Die "Schieflage im Steuersystem" würde mit der Abschaffung noch größer werden, sagte Krainer. "Schon jetzt tragen Konzerne und Reiche sehr wenig zur Finanzierung der Staatsaufgaben bei", betonte er in einer Aussendung.

(APA/Red)

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