Festnahmen und Verletzte bei Protesten in Spanien

Bei Protesten radikaler Gruppen gegen die Sparpolitik der konservativen spanischen Regierung ist es zu Ausschreitungen vor dem Madrider Parlament gekommen. 35 mutmaßliche Gewalttäter seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Bei nächtlichen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften seien 64 Menschen verletzt worden, darunter 27 Polizeibeamte.


An der Kundgebung, zu der am Vorabend kleinere Gruppen über soziale Netzwerke im Internet aufgerufen hatten, nahmen nach Polizeiangaben etwa 6.000 Menschen teil. Die Veranstalter hatten das Parlament, in dem die Abgeordneten eine Plenarsitzung abhielten, umzingeln und blockieren wollen. Die Polizei hatte drei Absperrringe um das Gebäude errichtet, um einen Sturm der Demonstranten auf das Parlament zu verhindern.

35 mutmaßliche Gewalttäter wurden am Mittwoch festgenommen. Die konservative spanische Regierung verurteilte die Ausschreitungen. “Man muss auf Forderungen eingehen, die auf friedlichen Kundgebungen vorgebracht werden”, sagte Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaría. “Aber wenn gewaltsam gegen die Vertretung aller Spanier vorgegangen wird, ist das eine andere Sache.” Die oppositionellen Sozialisten äußerten Verständnis für den Unmut in der Bevölkerung, wiesen aber darauf hin, dass Gewalt gegen das Parlament nicht hinnehmbar sei.

Die spanische Regierung will unterdessen nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen auch im kommenden Jahr die Gehälter im öffentlichen Dienst einfrieren. Außerdem solle die Einstellung von Beschäftigten weiter beschränkt werden, sagten am Mittwoch zwei Arbeitnehmervertreter, die über entsprechende Gespräche der Gewerkschaften mit dem Finanzministerium unterrichtet waren.

Das sei Teil des Budgetplans für 2013, den die Regierung von Ministerpräsident Rajoy am Donnerstag auf einer Sondersitzung des Kabinetts beschließen wolle. Eine Sprecherin des Finanzministeriums wollte die Angaben nicht kommentieren.

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