Fekter handelte sich mit Italien-Sager Ärger ein

Österreichs Finanzministerin Fekter hat sich mit ihrer öffentlichen Spekulation über einen möglichen Bedarf Italiens an Finanzhilfe durch Europa wieder einigen diplomatischen Ärger eingehandelt. Am Dienstagmittag entschärfte Fekter die Aussage: Es gebe "keine Anzeichen", dass Italien einen Antrag auf Finanzhilfen seiner europäischen Partner stellt, sagte Fekter nach dem Ministerrat.


Da war die Empörung aber schon da. Italiens Premier Monti bezeichnete Fekters Aussagen als “vollkommen unangemessen”. Monti kritisierte, dass eine Ministerin eines EU-Mitgliedstaates die Lage eines anderen EU-Mitgliedstaates kommentiert. Daher verzichte er seinerseits auf jegliche Kommentare, so der italienische Premier am Dienstag.

Auch die österreichische Regierungsspitze hat am Dienstag versucht, Befürchtungen zu dämpfen, wonach nach Spanien auch Italien demnächst EU-Hilfen benötigen wird. Bundeskanzler Faymann warnte davor, Italien schlecht zu reden. Gleichzeitig betonte der SPÖ-Chef, dass man sich sehr wohl darauf vorbereite, bei Problemen einzugreifen. Man solle sie aber nicht herbeireden. Es sei jedenfalls nicht so, dass Italien nach den Hilfen für Spanien schon am nächsten Tag vor der Tür stehe, so der Kanzler und Vizekanzler Spindelegger unisono.

In der ZiB2 hatte Fekter am Montagabend nicht ausgeschlossen, dass auch Italien internationale Hilfe (sprich den Euro-Rettungsschirm) benötigen könnte. Ihr Argument waren die hohen Zinsen, die Italien derzeit berappen muss. Ihre Antwort kam auf eine Interview-Frage, ob sie ausschließen könne, dass womöglich auch Italien unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen müsse.

Am Dienstag Mittag betonte die österreichische Finanzministerin, Italien sei eine starke Volkswirtschaft. Der Staat erhalte Geld am Kapitalmarkt, wiewohl zu “sehr sehr hohen Zinsen”. Dies, so Fekter, müsse man sich sehr genau anschauen. Würde Italien Hilfen beantragen, werde man helfen. Es gibt aber derzeit keinen Antrag.

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