Favoriten: Montag kommt Entscheidung über Parkpickerl

Am Montag wird entschieden, ob das Parkpickerl auch in Favoriten kommt.
Am Montag wird entschieden, ob das Parkpickerl auch in Favoriten kommt. ©APA/ Barbara Gindl
Nachdem sich Penzing letzte Woche als inzwischen fünfter Wiener Bezirk außerhalb des Gürtels für die Einführung des Parkpickerls ausgesprochen hat, steht jetzt lediglich noch im 10. Bezirk eine Entscheidung aus. Diese soll am Montag getroffen werden.

Der stellvertretende Bezirksvorsteher Josef Kaindl von der SPÖ gab ab Freitag gegenüber der APA  die Chance, dass auch in Favoriten das Anrainerpickerl kommt, mit “50 zu 50” an. Laut Kaindl sind die angeforderten Für Montag ist ein Treffen mit der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou anberaumt. Danach tagt die Parkraummanagementkommission, ein mit der Materie befasstes Gremium der Stadt. Wenn das Parkpickerl in Favoriten kommt, dann „aber jedenfalls nicht flächendeckend“, heißt es.

“Problemzonen” in Favoriten nicht flächendeckend

Auch die Favoritener Grünen betonen im Gespräch mit Vienna.at, dass sie  klar für eine Einführung des Parkpickerls im 10. Bezirk sind,  Favoriten habe aber einfach bestimmte Problemzonen, die überparkt sind: Rund um die Raxstraße,  Grenzackerstraße und Gadnergasse. Als Ursache werden Pendler aus Niederösterreich und dem Burgenland genannt, die die öffentlichen Verkehrsmittel ab der Stadtgrenze nutzen wollen.Eine für das Parkproblem markante Grenze sei die B225, die Wienerberg Straße, die die Bezirke Meidling und Simmering zur Anschlussstelle Favoriten der Südosttangente anbindet. Jenseits der B225, etwa bei der Laaer-Berg-Straße bestehe das Problem nicht mehr.

Durch die Einführung erhoffen sich die Grünen eine Verkehrsberuhigung für den Bezirk und eine Verbesserung der Belastungssituation der Anrainer. Was mögliche Mehrkosten für das (Kurz-)Parken betrifft, heißt es von den Grünen: “Zahlen will ja niemand gern, aber niemand rechnet nach.”

Umfragen zeigen deutliche Ablehnung des Parkpickerls

Nachdem die Entscheidung gegen das Parkpickerl in Währing durch die Bürgerbefragung gestoppt worden war, führte die ÖVP in den Bezirken Penzing, Hernals und Ottakring eine „telefonische Blitz-Umfrage“ zum Thema durch. Von 900 Angerufenen sprachen sich 73 Prozent gegen die Einführung des Parkpickerls in ihren Bezirken aus. Sie seien der Meinung, dass das Parkplatzproblem durch das Parkpickerl nicht gelöst werden könnte. Die Umfragen waren nicht repräsentativ. Manfred Juraczka schlägt vor, die Parkpickerl-Ausweitung zu stoppen, um zurück an den Verhandlungstisch zu gehen und “sinnvolle” Alternativen zur Lösung der Parkplatzproblematik suchen.Weniger konstruktiv die Kritik des BZÖs, das in der Ausweitung der Parkpickerlzonen „eine massive rot-grüne Schröpforgie erster Güte“ sieht, durch die „die Demokratie mit Füßen getreten wird“.

Einführung des Parkpickerls zu kurzfristig?

Der ÖAMTC fordert, den Stichtag für die Gültigkeit der neuen Regelung, wörtlich den “unpraktischen Oktober-Termin” zu überdenken. Man halte es für besser, eine derartige Maßnahme mit dem Beginn des Sommers einzuführen. Dabei gehe es nicht darum, “jetzt Zeit zu gewinnen, sondern Zeit dafür zu gewinnen, das Konzept weiter auszuarbeiten”, so ein Sprecher des ÖAMTCs im Gespräch mit Vienna.at. Außerdem müsse es in den ersten Wochen nach dem Inkrafttreten eine Übergangsphase geben, in der bei Verstößen zunächst gemahnt und nicht gestraft werde.

Protest gegen das Parkpickerl im Internet ist nicht zentral organisiert

Auch im Internet haben sich viele Bürger auf Facebook in Protestgruppen zusammengefunden. Von “Anti-Parkpickerl”, über “Nein zum Parkpickerl im Westen Wiens”  bis hin zu “Parkpickerl ade” ist in einer Größe von 15 Mitgliedern bis zu mehreren hundert alles vertreten. Einen zentral organisierten Protest von Privatleuten gibt es aber noch nicht. Lediglich die Wirtschaftskammer sammelt auf keinparkpickerl.at Stimmen gegen die geplante Einführung in den Bezirken 12,14,15,16,17 und 18.
Alles zum Thema Parken in Wien, finden Sie in unserem Park-Special.
(APA/ Red.)

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