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Fasanviertel: Füsten, Mörder und Sozialisten

©© Bezirksmuseum
Im Fasanviertel feierte einst der Hochadel in seinen kostbaren Palästen, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Armut und Hoffnungslosigkeit befanden. Auch revolutionäres Gedankengut war hier zu Hause.

Wie lange die Fasangasse schon ihren Namen trägt, ist nicht genau bekannt, sicher hingegen ist der Namensgeber, nämlich das ehemalige Bierhaus „Zum Fasandl“. Das ganze Grätzel rund um Fasanund Hohlgasse bis hinauf zum Rennweg, dessen Name wiederum entweder auf „Roanweg“ – ein Weg zwischen Feldern – oder Wettrennen zurückgeht, ist als „Fasanviertel“ bekannt. Felder und Wiesen prägten das Bild des Fasanviertels bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein; danach begann man mit einer großflächigen Verbauung – Straßenzüge wie etwa die Mohsgasse entstanden.

Die Geschichte des Fasanviertels ist umfassender und interessanter, als man vermuten würde: Neben Fürsten in stattlichen Palais waren revolutionäre Politiker ebenso vertreten wie grauenhafte Mordfälle.

Einen Mittelpunkt im Fasanviertel bildete einst das Laveranhaus. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein Jagdschlösschen, dass der Franzose Laveran auf dem Grund eines ehemaligen Klosters 1776 erbauen ließ. Knappe hundert Jahre später befanden sich etliche Anbauten an dem Schlösschen und das Anwesen im Besitz der Familie Kölbl, die 120 Mietparteien in dem Komplex beherbergte. Bei einer Partei handelte es sich um die Familie Kunschak, deren Sohn Leopold der erste Nationalratspräsident nach 1945 wurde.

Eine weitere Mieterin des Laveranhauses brachte es zu Ruhm, wenn auch zu einem weniger glorreichen: die Mörderin Magdalena Kührer. 1900 wurde der unübersichtliche Gebäudekomplex abgerissen; heute befinden sich an der Stelle die Heger- und die Keilgasse.

In unmittelbarer Nähe der tristen Lebens- und Wohnumstände des Proletariats im Laveranhaus spielte sich das glamouröse Leben der Schönen und Reichen ab. In der Fasangasse 26 residierte die „heimliche Kaiserin von Wien“, die populäre Fürstin Pauline Metternich-Sandor, in einem 1895 von den berühmten Architekten Bauqué und Pio geplanten Palais.

Im gleichen Jahr ließ der Schriftsteller und Kunstmäzen (er förderte u.a. Rilke, Böcklin und Makart) Karl Graf Lanckoronski-Brzezie ein Palais in der Jacquingasse 18 errichten. In dem Palais befand sich eine für Besucher zugängliche, umfassende Kunstsammlung, die nach der Beschlagnahmung des Gebäudes durch die SS 1938 zerstreut und teilweise vernichtet wurde. Ein Schicksal, das Graf Lanckoronski nicht mehr miterleben musste – er starb 1933.

Sowohl das Palais Metternich als auch das Palais Lanckoronski wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und dem Fasanviertel gingen somit zwei Baujuwele der Jahrhundertwende verloren.

Ein anderes geschichtsträchtiges Haus ist in der Fasangasse 30 zu finden. Hier war bis 1944 das Café Meteor beheimatet – der Treffpunkt der „Gruppe der Revolutionären Sozialisten“. Einer ihrer Führer, der Journalist Karl Hans Sailer, wohnte in den turbulenten 30er Jahren ebenso in dem Haus wie der spätere Präsident der Wiener Arbeiterkammer, Karl Mantler.

Weiter Informationen auf www.bezirksmuseum.at/landstrasse

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