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Fasanviertel: Das Grauen im Dritten

©© Bezirksmuseum
Einer der spektakulärsten Mordfälle des 19. Jahrhunderts spielte sich mitten im Fasanviertel ab.

Ein grausamer Leichenfund hielt im September 1853 ganz Wien in Atem: Unter einem Misthaufen im Hintertrakt des Palais des Landgrafen von Fürstenberg in der Himmelpfortgasse 952 entdeckte ein Handwerker eine menschliche Hand und einen Unterarm. Am 17. September wurde in der Nähe des Landguts in Favoriten der dazugehehörige Kopf gefunden; der passende Rumpf befand sich in einem Feld beim Laaer Berg.

Da der damaligen Polizei die heutigen „CSI“-Methoden fremd waren, wurde der Kopf zwecks Identitätsklärung in Spiritus gelegt und im AKH öffentlich ausgestellt. Schon bald stellte sich heraus, dass es sich bei der zerstückelten Leiche um den polizeibekannten Georg Kührer
handelte, wohnhaft im Laveranhaus im Fasanviertel. Die Mutter des arbeitslosen und wegen Diebstahls immer wieder inhaftierten jungen Mannes wurde in die Totenkammer des AKH gebracht, wo sie vor dem eingelegten
Kopf zusammenbrach und ein Geständnis ablegte.

Präzise erzählte die 44-Jährige, wie sie in ihrer Küche in der Früh des 14. September ihren schlafenden Sohn mit einer Hacke erschlagen hat, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit machte. Den Leichnam verwahrte sie in einer Küchentruhe und schlug immer wieder Teile des Körpers ab, die sie in einem Zeitraum von einigen Tagen in ganz Wien verteilte.

Als Grund für ihre Greueltat gab sie an, dass der Hausherr der Familie ihre Wohnung im Laveranhaus aufgrund des
stehlenden Sohnes gekündigt hatte – für die ohnedies am Hungertuch nagende Familie Kührer ein vernichtender Schicksalsschlag.

Vom Magdalena Kührer wurde zum Tod durch den Strang verurteilt, erfuhr jedoch vom jungen
Kaiser Franz Joseph eine Begnadigung zu acht Jahren Kerker. So unentschuldbar die Tat auch gewesen sein mag, gewährt sie doch einen guten Einblick in die trostlosen Verhältnisse, in denen das Volk sein Dasein fristen musste.

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