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Fall Kührer: DNA-Spur auf Decke sagt laut Anwalt "noch nichts"

Der bereits 2011 Verdächtigte im Fall Julia Kührer ist neuerlich festgenommen worden.
Der bereits 2011 Verdächtigte im Fall Julia Kührer ist neuerlich festgenommen worden. ©APA
Der im Fall Julia Kührer am Mittwochabend neuerlich festgenommene Verdächtige ist laut seinem Anwalt Farid Rifaat noch in der Nacht auf Donnerstag ausführlich einvernommen worden. Die DNA-Spur seines Mandanten auf einer Decke "sagt noch nichts", betonte Rifaat.
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Für den Anwalt gibt es in dem Fall eine “Unzahl möglicher Todesursachen”. Sein Klient habe mit dem Ableben Julia Kührers “nichts zu tun”. Rifaat wäre sogar “überrascht”, gäbe es ein Geständnis des 51-Jährigen. Laut seinen Informationen aus dem BK soll der Beschuldigte am Freitagvormittag ins Landesgericht Korneuburg eingeliefert werden.

Für Rifaat steht fest, dass sein Mandant die Decke nicht gekauft hat. Dass der 51-Jährige mit dem Stück in Berührung gekommen sein kann, sei nicht auszuschließen. Deshalb sei er jedoch “noch lange nicht der Täter”, so der Anwalt. “Das ist zu wenig”, fügte er hinzu. Nicht zuletzt merkte Rifaat an, man können ja noch nicht einmal sagen, was die Ursache des Todes von Julia Kührer gewesen sei.

Fall Julia Kührer: Festnahme in Wien

Das BK hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass der bereits 2011 Verdächtigte gegen 18.00 Uhr an seiner Wohnadresse in Wien neuerlich festgenommen worden war. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass eine Verbindung zwischen dem 51-Jährigen und dem Opfer bestanden haben müsse: An einem verkohlten Deckenfragment, das sich bei der Leiche der fünf Jahre vermisst gewesenen damals 16-Jährigen befand, wurde mittels Hautschuppenanalyse die DNA des Mannes gesichert.

Das entsprechende Gutachten sei Ende der Vorwoche eingelangt, teilte Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, mit. Er berichtete von einer nochmals verfeinerten Untersuchung, wodurch die DNA des 51-Jährigen entdeckt wurde.

Verdächtiger schon einmal verhaftet

Die Schülerin aus Pulkau im Weinviertel war seit 27. Juni 2006 abgängig gewesen. Am 30. Juni 2011 wurden ihre sterblichen Überreste in einem Erdkeller in Dietmannsdorf 3 im Bezirk Hollabrunn aufgefunden. Unmittelbar danach wurde der Grundstückseigentümer wegen dringenden Tatverdachtes festgenommen. Aufgrund der damaligen Beweislage wurde der Beschuldigte jedoch nach 48 Stunden vom Haftrichter entlassen, zumal keine Verbindung zwischen ihm und dem Opfer nachgewiesen werden konnte. Er bestritt einen Zusammenhang und gab an, jemand anderes müsse die Leiche in seinem Erdkeller abgelegt haben.

Seitens der Staatsanwaltschaft Korneuburg hieß es, der Mann bleibe verdächtig. Die Ermittlungen wurden fortgesetzt. So wurde u.a. nach den Käufern von Decken jenes Fabrikats gesucht, in welches das Mädchen eingewickelt war – allerdings erfolglos, wie erst am Dienstag bekannt gegeben wurde. Mittwochabend gab es mit der Festnahme des 51-Jährige eine Wende (mehr dazu hier).

Anwalt der Elter sieht möglichen Durchbruch

Gerald Ganzger, der als Anwalt die Eltern von Julia Kührer vertritt, sieht in der Festnahme des 51-jährigen Verdächtigen einen möglichen Durchbruch in dem Fall. Es sei freilich noch “zu früh, es zu beurteilen”, sagte er am Donnerstagvormittag , die DNA-Spur auf der Decke sei jedoch ein “sehr wichtiges, möglicherweise entscheidendes Indiz”.

Er habe noch am Mittwochabend mit Juli Kührers Vater gesprochen, so der Anwalt. Die Eltern würden die Ermittlungen mit großem Interesse verfolgen. Zur DNA-Spur auf der Decke merkte Ganzger an, dass der Verdächtige “bisher jeden Zusammenhang mit der Leiche verneint” habe. Nun würden sich “massive Zweifel” an der Verantwortung des 51-Jährigen ergeben.

Am Donnerstag um 12.00 Uhr findet zum Fall Julia Kührer im Innenministerium in Wien eine Pressekonferenz des Bundeskriminalamtes statt. Ermittlungsleiter, Ernst Geiger, und der NÖ-Landespolizeidirektor vFranz Prucher werden Rede und Antwort zur aktuellen Lage im Fall stehen.

(APA)

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