Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Fall Julia Kührer: Weitere Zeugen sprechen am vierten Prozess-Tag

©Michael K. beim Prozess in Korneuburg
Zum Auftakt der zweiten Verhandlungswoche im Prozess um den Tod von Julia Kührer sind am Dienstag weitere Zeugen befragt worden. Seit vergangenem Dienstag muss sich Michael K. (51) wegen Mordes verantworten. Die Anklage wirft dem Mann vor, die 16-Jährige getötet zu haben. 
Neue Bilder vom Prozess
"Er ist ein G'schichtldrucker"
"K. verlangte Oralsex"
Eltern sagen als Zeugen aus
"Michael K. war zu Julia nett"
"Opfer einer Verschwörung"
Beim Mord-Prozess
Michael K.: "Nicht schuldig"
Alles zum Prozess: Ablauf

Die Leiche der Schülerin Julia Kührer, die am 27. Juni 2006 spurlos aus ihrer Heimatgemeinde Pulkau (Bezirk Hollabrunn) in Niederösterreich verschwunden war, wurde fünf Jahre später in einem Erdkeller auf dem Grundstück des Angeklagten im nahen Dietmannsdorf gefunden. Er wies bisher jeden Zusammenhang von sich und blieb bei seiner Verantwortung.

Freundinnen über Julia Kührer

Aus den Aussagen mehrerer Freundinnen ging hervor, dass Julia Kührer keine auffälligen Stimmungsschwankungen gehabt hatte, sondern – mit Liebeskummer, Streit mit den Eltern – Hochs und Tiefs wie wohl alle 16-Jährigen, meinte eine 24-Jährige im Rückblick auf ihre eigene Jugend.

Die Studentin war einmal mit Julia Kührer in der Videothek des Angeklagten in Pulkau gewesen, weil diese eine DVD ihres Freundes zurückgeben, aber nicht allein hingehen wollte. K. sei auf einer Leiter gestanden und habe Staub gesaugt – und dann mit den Worten “seid’s schmutzig? Soll ich euch sauber machen?” den Staubsauger auf ihre Brüste gerichtet, also absichtlich und nicht, wie von K. dargestellt, zufällig.

Cannabis ein Thema, Crystal Meth nicht

“Gras” war ein Thema, sagten die meisten Zeuginnen, für manche nur vom Hörensagen, “Crystal Meth” aber zum damaligen Zeitpunkt niemandem ein Begriff (laut Anklage soll Julia Kührer die gefährliche Designerdroge vom Angeklagten bezogen haben, Anm.).

Richter Helmut Neumar merkte an, dass die Hauptangst aller Jugendlichen, die damals zum Verschwinden der Schülerin vernommen wurden, war, “dass das mit dem Marihuana auffliegt.” Jene heute 31-Jährige, die Julias Ex-Freund mit Marihuana versorgt hatte, gab an, Kührer nicht näher gekannt zu haben.

Die Mutter eines Jugendlichen aus Julias Clique gab an, ihr Sohn habe in der Zeit nach dem Verschwinden des Mädchens abgeblockt, wenn sie nachfragte. Verteidiger Farid Rifaat verwies auf ihre frühere Aussage, in der sie gemeint hatte, sich vorstellen zu können, dass ein Unfall passiert sei, dem dann irgendwelche Panikhandlungen folgten.Eine weitere Frau, Mutter einer Freundin, erzählte von einem Gespräch mit einem – ebenfalls bereits befragten – Burschen, zu dem sie einen guten Draht hatte. Dieser habe ihr erzählt, dass er mit Julia am Tag ihres Verschwindens nach ihrer Ankunft in Pulkau am Nachmittag in einem Wald noch einen Joint geraucht hätte.

Ein Mann – Vater jenes Mädchens, das als Praktikantin in der Videothek laut ihrer Aussage derber Anmache durch den Beschuldigten ausgesetzt war – hatte Michael K. im Juni 2006 seinen Wagen um 300 Euro verkauft und ihn vorher ein, zwei Tage Probefahren gelassen. Für den roten Nissan Primera bezahlte ihm dann die Aushilfskraft des Videothekbesitzers 200 Euro, der Kaufvertrag datierte auf den 13. Juni.

Ex-Freund soll am Donnerstag zum Prozess kommen

Der Ex-Freund der 16-Jährigen, der zu Prozessbeginn krankheitshalber entschuldigt war, soll dem Vernehmen nach am Donnerstag erscheinen. Seine Mutter sagte am Dienstag aus, von “Reibereien” zwischen dem Mädchen, das öfter bei ihnen am Hof war, und ihrem Sohn nichts bemerkt zu haben.

Dieser habe ihr auch vom Beziehungsende nach einem “schwierigen” Wochenende erzählt, weshalb er tags darauf auch nicht in die Schule gehen wollte und daheim geblieben war. An jenem Abend habe sie ihn dann mit Freunden und einem anderen Mädchen im Garten gesehen. Ihr Sohn habe ihr weiters vom Anruf von der Mutter von Julia Kührer berichtet, die am Abend des 27. Juni auf der Suche nach ihrer Tochter gewesen war.

(apa/red)

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Fall Julia Kührer: Weitere Zeugen sprechen am vierten Prozess-Tag
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen