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Fall Julia Kührer: Michael K. wollte von seiner Videothek-Praktikantin Oralsex

Der Angeklagte beim Prozess
Der Angeklagte beim Prozess ©APA
Am dritten Tag im Prozess in Korneuburg um die 2006 in Pulkau zu Tode gekommene Julia Kührer kamen zahlreiche weitere Zeugen zu Wort. Eine junge Frau, die als Praktikantin in Michael K.'s Videothek arbeitete, berichtete, dass er sie wiederholt betatscht und mit seinen Wünschen nach Oralsex konfrontiert habe.
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“Blöde” Anmach-Sprüche wie “du hast einen sexy …” und Griffe auf das Gesäß hat eine 24-Jährige nach ihren Angaben damals während eines einwöchigen Praktikums in der Videothek in Pulkau von Michael K., dem Hauptangeklagten im Fall Julia Kührer, erlebt.

Michael K. kam Mädchen “zu nahe”

“Es war einfach unangenehm”, meinte sie dazu, dass der Angeklagte ihr einige Male “zu nahe” gekommen sei. Laut früherer Aussage habe er sie mehrmals aufgefordert, in das Kammerl nach hinten zu kommen, weil er Oralverkehr wollte.

Als er einmal “zur Tat schritt”, wie es der Richter formulierte, um sich zu entblößen, habe sie das Geschäft verlassen. “Das war dann das Ende Ihres Praktikums”, konstatierte Richter Helmut Neumar. In Sachen Suchtgift sei “nichts gelaufen”, meinte die 24-jährige. Zu “Crystal Meth” konnte sie nichts sagen, in einem anderen Jugendtreff – insgesamt gab es damals drei in der Gemeinde – habe sie einmal ein “weißes Pulver” gesehen.

Nachbar sah Angeklagten mit Dunkelhaariger

Ein Nachbar aus Dietmannsdorf glaubte sich erinnern zu können, Michael K. damals im Juni 2006 mit einem roten Kleinwagen zu seinem Haus zufahren gesehen zu haben – am Beifahrersitz ein Mädchen mit langen dunklen Haaren. Näher habe er nicht geschaut, weil er nicht neugierig sei, es dann aber nach einem Zeitungsbericht seiner Frau erzählt. Auch an welchem Tag das war, wusste er nicht genau, zur Polizei sei er nicht gegangen.

Den Angeklagten habe er nur dreimal in seinem Leben gesehen. Die Tochter des 72-Jährigen sagte aus, dass sie von dieser Beobachtung ihres Vaters nach der Auffindung der sterblichen Überreste des Mädchens 2011 gehört hatte.

Das sagte der Pfarrer in Pulkau aus

Der Pulkauer Pfarrer, der Julia und auch ihre Brüder kannte, berichtete von einem Jugendtreff im Pfarrhof. Auch in der Videothek war er selbst einige Male gewesen. Eine junge Tschechin, die eine Zeit lang dort gearbeitet hatte, habe ihm anvertraut, K. verlange in sexueller Hinsicht Dinge von ihr, die sie nicht wolle.

Als K. nicht anwesend war, habe sie sich sein Handy geborgt und mit einer Freundin in Tschechien telefoniert, sagte der Geistliche. Ihm sei klar gewesen, dass sie ihre Flucht vorbereitete. Der Angeklagte habe einmal, als Julia vorbeiging, ihm gegenüber festgestellt, wie schön und traurig das Mädchen sei. Verteidiger Farid Rifaat betonte, dass sein Mandant dieses Gespräch leugne.

Drogenverkauf: Zeuge belastet K.

Bezüglich Drogenverkaufs wurde der Beschuldigte von einer 23-Jährigen belastet. Die Zeugin, die Julia von der Schule her – von den gemeinsamen Raucherplätzen – kannte, gab an, dabei mit ihr über Marihuana gesprochen zu haben. Beide hätten festgestellt, dass Suchtgift euphorisch mache. Sie sei mit Julia in der Videothek gewesen, wo diese “Crystal Meth” gekauft habe. Julia habe einen Hunderter hingelegt, worauf K. ihr ein “Briefchen” gegeben habe. Dazu wurde ihre frühere Aussage zitiert, wonach Julia gemeint hätte, Drogen durch Flirten mit K. beziehen zu können.

Kührer zog Sex mit K. in Erwägung

Und sie hätte gesagt, wenn es hart auf hart käme, würde ihr eh nichts anderes übrig bleiben als mit ihm ins Bett zu gehen, um an “Crystal Meth” heranzukommen.

Die Zeugin war nach ihren Angaben zum Drogenkauf auch mit beim Angeklagten in Dietmannsdorf, sei aber vor der Tür geblieben. Die junge Frau wurde teilweise in Abwesenheit des Angeklagten befragt.

Angst vor Angeklagtem

Sie habe Angst vor ihm, meinte sie. Vom Verteidiger mit manchen ihrer früheren Aussagen konfrontiert verwies die junge Frau darauf, dass sie sich heute eben nicht mehr genauer erinnern könne bzw. auch die Polizeiaussagen “nicht einfach” gewesen seien. Der Richter forderte Rifaat auf, direkte Fragen zu stellen und nicht zu versuchen, die Zeugin in die Ecke zu drängen.

(apa/red)

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