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Ex-Ombusfrau Wiesinger will Ethikunterricht für alle Schüler

Susanne Wiesinger spricht sich für den Ethikunterricht für alle Schüler aus.
Susanne Wiesinger spricht sich für den Ethikunterricht für alle Schüler aus. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Susanne Wiesinger hat sich für einen Ethikunterricht für alle Schüler ausgesprochen. Dieser soll bereits in der Volksschule starten.

Die ehemalige Ombudsfrau für Wertefragen, Susanne Wiesinger, spricht sich für einen Ethikunterricht für alle Schüler ab der Volksschule aus. "Das wird natürlich nicht alle Probleme an Brennpunktschulen lösen, aber es wäre ein wichtiger Beitrag dazu", so Wiesinger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Ethikunterricht soll ab 2021 ab der neunten Schulstufe eingeführt werden

Die Regierung plant die Einführung eines Ethikunterrichts ab 2021 ab der neunten Schulstufe - allerdings nur für jene Kinder, die keinen Religionsunterricht besuchen. Dagegen wendet sich das Volksbegehren "Ethik für alle", deren Initiatoren auch zur Pressekonferenz geladen hatten: Der Ethikunterricht soll für alle Kinder ab der ersten Schulstufe verpflichtend sein.

"Wir haben in der täglichen Praxis gemerkt, dass Religionen spalten und nicht zusammenführen", argumentierte Wiesinger. "Es gibt Diskussionen: Wer ist Muslim, wer ist Christ, oder am schlimmsten: Wer hat gar keine Religion?", schilderte sie aus ihrer eigenen Erfahrung bzw. von ihren Schulbesuchen im Rahmen ihrer Ombuds-Tätigkeit.

Ethik und Moral soll mit schülern thematisiert werden

Diese Themen müssten im Unterricht aufgegriffen werden. "Mir ist schon klar, dass das viele Religionslehrer auch tun", so Wiesinger. "Aber so wie es behandelt wird, ist es nicht im Sinne einer ethisch-moralischen Erziehung des 21. Jahrhunderts. Wenn man nach wie vor über die Hölle spricht oder über deren Existenz, dann führt das zu Spannungen. Dann teilen die Kinder natürlich ein, wer in die Hölle kommt und wer nicht."

Daher sei es wichtig, dass es eine gemeinsame Stunde gebe, wo alle Schüler zusammensitzen und wo über Fragen wie Ethik und Moral gesprochen werde, betonte Wiesinger. Natürlich würden in einen Ethikunterricht auch die österreichischen Gesetze einfließen - etwa bei der Thematisierung von Homosexualität. "Oder dass man als Frau auch einen Nicht-Muslim heiraten darf. Das müssen die Kinder auch hören - das tun sie im Religionsunterricht vielleicht nicht."

Reif kritisiert Kirche, ÖVP und Grüne

Kritik übte Volksbegehrens-Initiator Eytan Reif nicht nur an Kirche und ÖVP, sondern auch an den Grünen. "Dank grüner Komplizenschaft wird das Modell von Schwarz-Blau jetzt eins zu eins ins österreichische Gesetzbuch geschrieben." Unverständlich ist für ihn auch, dass die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Ethiklehrer sich noch nicht geäußert habe. Man müsse sich nur einen ähnlichen Fall mit Biologie denken. "Man sagt dann: Biologie schön und gut - aber nur, wenn man keinen Kreationismus-Unterricht besucht?"

Ein hoher Prozentsatz der für den Ethikunterricht ausgebildeten Pädagogen ist gleichzeitig Religionslehrer. Hier plädiert Reif für eine Unvereinbarkeitsregelung. "Es soll aber kein Berufsverbot für Religionslehrer geben, auch Ethik zu unterrichten." Vielmehr solle man sich Bayern zum Vorbild nehmen: Dort gebe es die Regelung, dass ein Religionslehrer sich entscheiden muss, ob er an einer bestimmten Schule in einem Semester Religion lehrt oder Ethik.

Volksbegehren soll im Herbst stattfinden

Die Eintragungswoche des Volksbegehrens, das derzeit knapp 22.000 Unterstützungserklärungen verzeichnet, soll nach derzeitigen Plänen im Herbst stattfinden.

(APA/Red)

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