Ex-Bundesliga-Chef Gerhard Skoff sagte leise Servus

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Die Casinos Austria AG, einer der großen Sponsoren des heimischen Sports, hat nach Generaldirektor und ÖOC-Präsident Leo Wallner im Vorjahr mit Direktor Gerhard Skoff einen weiteren namhaften und untriebigen Angestellten "verloren".

Skoff, dem 1996 der Berufstitel Professor verliehen wurde und der Ende der 90er Jahre auch Präsident der Bundesliga und damit ÖFB-Vize war, verließ mit Jahreswechsel nach 38 Jahren oder 13.879 Tagen oder 333.096 Stunden das Unternehmen und ging in Pension.

Es ist kein Abschied in Wehmut, sondern einer mit Stolz. “Fast vier Jahrzehnte lang durfte ich das Unternehmen vom unbedeutenden Schlusslicht der Glücksspiel-Branche zum weltweit anerkannten und führenden Casino-Betreiber hautnah miterleben, mitgestalten und in eine positive Zukunft führen”, sagte Skoff, der selbst nie ins Scheinwerferlicht gedrängt, sondern meist im Hintergrund – dafür aber mit umso mehr Fleiß, Liebe, Präzision, Hingabe und Erfolg – gearbeitet hatte. Seine Erfahrung will sich der Konzern, dessen Firmennamen Skoff kreiert hat, als Konsulent sichern.

Skoff wurde 1970 von Wallner von der damaligen AUA zu den Casinos gelotst. “Als ich kam, hatte das Unternehmen viele Baustellen. Die von mir eingeführten Werbetätigkeiten sind Teil der Unternehmens-Philosophie geworden”, erinnert er sich an seine Anfänge. Im Fußball hat das Sponsoring mit dem Badener AC begonnen und erreichte seinen Höhepunkt mit SV Casino Salzburg, der 1994 das Endspiel des UEFA-Cups erreichte und dort gegen Inter Mailand zweimal 0:1 unterlag.

“Machen Sie Ihr Spiel”, war die Krönung seiner Marketing, PR- und Kommunikations-Strategien im In- und Ausland. “Ich durfte mitwirken, Baumeister unserer Historie, unserer Kultur, unserer Zukunft sein. Ich war Pate für eine starke, unverwechselbare Marke”, blickt der 66-jährige Niederösterreicher (Grimmenstein) mit Wohnsitz Wien auf seine Casino-Laufbahn zurück, in deren Verlauf er mit viel Gutem, Komischem, Heiterem und Menschlichem, aber auch weniger Erfreulichem konfrontiert war.

Eine schöne, wenn auch nicht wirklich ruhige Zeit hatte Skoff als Präsident der Fußball-Bundesliga erlebt. Er übernahm das Amt am 23. Februar 1996 nach einstimmiger Wahl vom Niederösterreicher Hans Reitinger, der 22 Jahre Liga-Chef war, und übte es bis 14. Februar 1999 aus. Gegen Ende seiner Präsidentschaft hatte er immer mehr den Einfluss von Frank Stronach im Fußball zu spüren bekommen, deshalb zog er letztlich auch seine Kandidatur für eine weitere Periode zurück und machte dem Magna-Magnaten Platz.

“Viele haben damals gedacht, vieles würde besser werden. Man hätte mehr erreichen können. Herr Stronach tut mir leid, weil er besser hätte betreut werden können”, meint Skoff rückblickend. Sorge bereite ihm der derzeit offene Markt, was die Verschiebung von Lizenzen in der Bundesliga betrifft. Zu seinen “Fußball-Kindern” zählt der Wahl-Wiener die Einführung der Vereins-Akademien mit Berufsausbildung. Außerdem gehörte er dem Stickler-Team an, das die Fußball-EM 2008 ins Lands holte.

Skoff, der zuletzt Generalbevollmächtigter der Casinos Austria AG war, arbeitete stets in leitenden Positionen und hat in diesem Rahmen neben Sport, Tourismus und Sozialem auch Kulturförderung auf breiter Basis betrieben. So war er Mitinitiator der Aktionen wie “Licht ins Dunkel” und “Künstler helfen Künstlern”. Von ihm stammen Idee, Organisation und Durchführung des “Bregenzer Frühlings” sowie des “Wiener Internationalen Kompositionswettbewerbes.

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