EU-Kommission sagt moderner Sklaverei den Kampf an

Die EU-Kommission sagt dem Menschenhandel in der Europäischen Union den Kampf an. Jährlich gebe es Hunderttausende Opfer. Dabei gehe es um schutzbedürftige Jugendliche, die sexuell oder als Arbeitskräfte ausgebeutet, für Organentnahmen missbraucht werden, oder um Bettelei, Zwangsheirat und illegale Adoptionen.

EU-Innenkommissarin Malmström erklärte am Dienstag in Brüssel, es sei erschreckend, dass “man Sklaverei leider nicht nur in Geschichtsbüchern findet, sondern dass in unserer heutigen Zeit noch immer Menschen verkauft oder als Zwangsarbeiter oder -prostituierte gehandelt werden”. Es höre sich an “wie aus dem Mittelalter”, kritisierte sie.

Maßnahmen gegen moderne Sklaverei

Mit 40 neuen Maßnahmen will die EU-Kommission gegen die moderne Sklaverei vorgehen. So sollen u.a. auf Menschenhandel spezialisierte Strafverfolgungseinheiten in den einzelnen Staaten eingerichtet und gemeinsame EU-Ermittlungsgruppen zur Verfolgung grenzüberschreitender Fälle gegründet werden. “Unser oberstes Ziel muss es sein, dem Menschenhandel definitiv ein Ende zu bereiten,” sagte Malmström.

EU-Mechanismus

Die EU-Strategie sieht ferner Präventions- und Schutzmaßnahmen für die Opfer vor. Dazu soll ein EU-Mechanismus geschaffen werden. Eine Europäische Koalition von Unternehmen zur Bekämpfung des Menschenhandels soll errichtet werden, ferner eine EU-Plattform aus zivilen Organisationen und Anbietern von Diensten, die in den Mitgliedsländern aber auch in Drittstaaten für Opferschutz und Unterstützung zuständig sind.

Kinder werden wie Ware angeboten

Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation beläuft sich die Zahl der Opfer von Zwangsarbeit, einschließlich erzwungener sexueller Ausbeutung, weltweit auf 20,9 Millionen (davon 5,5 Millionen Kinder). Europol zufolge werden Kinder, die zu kriminellen Handlungen wie organisierte Bettelei oder Ladendiebstahl gezwungen werden, wie eine Ware für 20.000 Euro feilgeboten. (APA)

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