"Es werden jeden Tag mehr"

Hohenems - Polizeieinsatz am Freitag am Rastplatz Rosenberger an der A 14 bei Hohenems: Parkende Transporter aus Bulgarien und Rumänien werden kontrolliert.

Kein seltenes Ereignis in der letzten Zeit, denn der Rastplatz ist zum Tummelplatz für Händler aus Südosteuropa geworden.

Geschäftsführer Gerhard Müller versucht seit Wochen, Herr des Problems zu werden, hat aber kaum eine Chance. „Jeden Tag fallen hier etwa 30 Bulgaren und Rumänen ein, campieren auf dem Rastplatz und machen Lagerfeuer. Sie legen Matratzen auf den Boden, schlafen sogar unter freiem Himmel. Es werden jeden Tag mehr.”

Mitarbeiter bedroht

Das Campieren ist auf dem Rastplatz ausdrücklich verboten, die Camper aus Südeuropa schreckt das jedoch nicht. Jeden Morgen hinterlassen sie ein Chaos auf dem Parkplatz. „Unsere Müllkosten sind um 20 Prozent gestiegen”, klagt Müller. Dazu komme noch, dass die ungebetenen Gäste die WC-Anlagen der Rastanlage belagern, ein Ärgernis für die Betreiber und die anderen Gäste. Als die Mitarbeiter dies unterbinden wollten, gab es sogar massive Drohungen.

Die durchreisenden südeuropäischen Camper kommen offenbar nach Vorarlberg, um hier billige Elektrogeräte sowie Altwaren aller Art zu kaufen und dann in der Heimat zu verkaufen. Auch Autohändler, die in der Schweiz Billigautos erstehen und über Vorarlberg nach Südeuropa exportieren, nutzen den Rastplatz seit Jahren als Umschlagplatz. Ob dabei auch „heiße” Ware, also Diebesgut, gehandelt wird, kann die Polizei nicht mit Sicherheit sagen. Gestern wurde von den Beamten ein Fahrrad beschlagnahmt, dessen Herkunft zunächst zweifelhaft war, ein krimineller Hintergrund ließ sich aber nicht feststellen.

Bettelnde Kinder

Die Polizei kann den Rastplatz allerdings nicht ständig überprüfen, die Autobahnpolizei ist vor allem für die fremdenpolizeilichen Gesetze und die Verkehrssicherheit zuständig. „Gegen das wilde Campieren können wir nichts tun, da ist die Asfinag als Betreiber gefordert”, so Josef Klotz von der Autobahnpolizei Dornbirn.

Ein weiteres Problem sei laut Klotz, dass die Camper den Lkw-Fahrern und anderen Pkw-Lenkern die Parkplätze wegnehmen. „Es gab bereits Tage, an denen es keine Parkplätze mehr gab.”

Die Raststätte kämpft außerdem immer wieder mit dem Problem der bettelnden Roma-Kinder, die von ihren Eltern zum Geldverdienen vorgeschickt werden. „Das haben wir hier schnell unterbunden, aber sie weichen dann einfach woanders hin aus”, schildert der Geschäftsführer.

Für die Mitarbeiter ist jeder Gast willkommen, die derzeitige ausufernde Situation will die Raststätte aber nicht mehr hinnehmen. „Wir überlegen uns jetzt zusammen mit der Gemeinde, was wir tun können. So geht es jedenfalls nicht weiter.”

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