"Es herrschen barbarische Zustände"

"Es ist unfassbar, was sich in diesen Tagen abspielt in Damaskus. Es sind barbarische Zustände. Wir werden ständig unter Druck gesetzt, ja nicht zu demonstrieren oder uns gegen das Regime zu wenden. Am besten ist es, du spurst und hältst deinen Mund, denn jeder Widerstand kann tödlich sein", berichtet Yankin Z. im telefonischen Gespräch mit der APA.


“Ein Freund von mir ist gestern in einer Polizeistation an die Wand gefesselt worden mit nacktem Oberkörper. Danach wurde eine eingeschaltete Motorsäge unmittelbar an seinen Hals gesetzt und ihm gedroht, dass er beim nächsten Mal in den Genuss ihrer Funktion kommen würde. Seither hat er Schlafstörungen”, so der Oppositionelle.

Geschichten wie die von Yankin erzählte, sind kein Einzelfall. Es sind schockierende Szenen, die auch ehemalige syrische Häftlinge aus den Gefängnissen des Landes schildern. In Syrien werden Gefangene nach Angaben von Amnesty International (AI) systematisch gefoltert und misshandelt. Schon beim sogenannten “Check-in”, also der Ersteinlieferung in die Haftanstalten würden Festgenommene mit Elektro- und Holzstöcken, Gewehrkolben, Peitschen und Seilen geschlagen, berichtet die Menschenrechtsorganisation über die Methoden des Regimes von Präsident Assad.

Ebenfalls erst vor kurzem war bekanntgeworden, dass syrische Soldaten offenbar massenhaft Landminen an den Grenzen auslegen. Damit soll vor allem der Flüchtlingsstrom aus dem Land gestoppt werden. Unterstützung bekommt das syrische Militär von den iranischen Milizen. Mehrere hundert paramilitärische iranische Bassij-Milizen sollen sich in Damaskus und anderen Landesteilen aufhalten und die Syrer bei ihrem “Kampf gegen die Terroristen” unterstützen.

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