Erzfeind Ahmadinejads auf Kurs ins Präsidentenamt

Der iranische Parlamentssprecher Ali Larijani geht nach der Parlamentswahl auf Siegeskurs. Bei der Parlamentswahl deklassierte der konservative Flügel um Larijani das Lager um Präsident Ahmadinejad. Der 53-Jährige gewann auch persönlich den Popularitätstest. Larijani sicherte sich mit sehr großer Zustimmung ein Mandat in Ghom. Er ist damit aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentenwahl 2013.


Anders als Ahmadinejad ist Larijani ein enger Vertrauter des obersten Führers, Ayatollah Ali Khamenei. Er gehört zur älteren Politikergeneration, die loyal zu den Prinzipien der Islamischen Revolution von 1979 steht und den absoluten Führungsanspruch von Khamenei unterstützt. Sein konservatives Netzwerk nennt sich deshalb “die Prinzipalisten”.

Larijani bezeichnete das Atomprogramm seines Landes einmal als “Symbol der Würde des iranischen Volkes”. Von 2005 bis 2007 war er Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats und damit Chefunterhändler im Atomstreit. Ein Ende des Programms kommt für ihn nicht infrage. Allerdings meinen Beobachter im Iran, dass Larijani offener für “rationale Kompromisse” sein könnte. Aber das letzte Sagen haben Khamenei und dessen Berater.

Der promovierte Philosoph wurde 1958 im irakischen Najaf geboren und machte zunächst einen Abschluss in Mathematik und Computerwissenschaften. Unter Präsident Akbar Hashemi Rafsandjani war er Kulturminister. 1994 wurde er von Khamenei zum Chef des staatlichen Fernsehens IRIB ernannt. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Sender zum Sprachrohr der damaligen konservativen Opposition gegen die Reformpolitik des ehemaligen Präsidenten Mohammad Khatami.

Larijani kandidierte bereits einmal für das Präsidentenamt. Allerdings bekam er 2005 nur knapp sechs Prozent der Stimmen und unterlag dem damaligen Sieger Ahmadinejad haushoch. Larijani sollte dessen rechte Hand werden. Nur zwei Jahre später waren die Differenzen zwischen den politischen Weggefährten unüberbrückbar. Heute gelten sie als Erzfeinde.

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