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Erzbischof Duarte ermordet

Der Erzbischof von Cali, einer der prominentesten Kritiker der linksgerichteten Guerillaorganisationen in Kolumbien, ist einem Attentat zum Opfer gefallen.

Isaias Duarte Cancino (63) wurde nach einer Trauung am Abend von zwei Männern vor einer Kirche in der drittgrößten kolumbianischen Stadt erschossen, wie ein Augenzeuge, sein Fahrer Edilberto Ceballos, berichtete. „Zwei Männer kamen, fingen an zu schießen und trafen ihn drei oder vier Mal, vielleicht sogar sechs Mal“, sagte er dem Rundfunksender Caracol. „Ich habe ihn tot gesehen.“

Für das Attentat übernahm zunächst keine Gruppe die Verantwortung. Auch die Motive des Mordes waren nicht bekannt. Duarte wurde nach den Schüssen in ein Krankenhaus gebracht, wo aber nur noch sein Tod festgestellt wurde. Das kolumbianische Fernsehen zeigte Bilder von weinenden Menschen vor dem Krankenhaus.

Ein Sprecher der Erzdiözese erklärte nach kolumbianischen Presseberichten, die Polizei sei noch am Nachmittag um eine besseren Schutz für Duarte gebeten worden, nachdem verdächtige Personen aufgefallen waren. Die Polizei habe auf die Anfrage nicht reagiert. Bei den Attentätern, die Duarte nach Polizeiangaben auf einem Motorrad vor der Kirche abpassten, soll es sich um Männer im Alter von etwa 20 Jahren handeln.

Duarte hat immer wieder die Guerilleros wegen ihrer Angriffe und Entführungen kritisiert. Der fast vier Jahrzehnte andauernde Bürgerkrieg ist seit dem Scheitern der Friedensgespräche mit der größten Rebellengruppe, der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) nach dem 20. Februar wieder intensiviert worden. Die kleinere Nationale Befreiungsarmee (ELN) nimmt noch an Friedensgesprächen mit der Regierung teil, die in Havanna abgehalten werden. Duarte hatte die ELN oft wegen Massenentführungen in seiner Diözese kritisiert. Zudem hatte er öffentlich erklärt, dass der Wahlkampf einiger Kandidaten für die Parlamentswahlen am 10. März von Drogenkartellen finanziert worden sei. Auch auf Drängen von Präsident Andres Pastrana wollte Duarte keine Namen nennen.

Unterdessen ist nach dem Ausfall zweier Umspannanlagen in weiten Teilen Kolumbiens der Strom ausgefallen. Die Hauptstadt Bogota, die drittgrößte Stadt Cali und große Teile des Landes waren am späten Samstagabend in Dunkel getaucht. Zwei Transformatoren im Elektrizitätswerk von Chivor, östlich von Bogota, seien wegen Überlastung des Stromnetzes ausgefallen, teilte Energieministerin Luisa Fernanda Lafourie mit. Ein Anschlag auf die Anlage könne ausgeschlossen werden. Nach Angaben von Energieexperten sind ein Grund für die Überlastung der Anlage die jüngsten Sabotageakte der FARC. Seit dem Abbruch der Friedensgespräche im Februar zerstört die Guerilla im ganzen Land Strommasten, Brücken und andere wichtige Einrichtungen der Infrastruktur.

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