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Von der CIA nach Afghanistan entführt?

Den deutschen Justizbehörden liegen offenbar neue Hinweise dafür vor, dass der deutsche Staatsbürger Khaled el Masri tatsächlich von der CIA nach Afghanistan entführt und dort monatelang in Einzelhaft verhört wurde.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtet, untermauert die abschließende Untersuchung der Haare El Masris die Entführungsthese. Die Analyse war im August von der Staatsanwaltschaft München in Auftrag gegeben worden.

In dem Gutachten vom 5. März erklären Spezialisten für Geo- und Umweltwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität laut „SZ“, es sei überaus wahrscheinlich, dass der aus dem Libanon stammende Deutsche eine Zeit lang „ganz wesentliche Veränderungen seiner Lebensumstände“ erfahren habe. Was El Masri von Jänner bis Mai 2004 zu sich genommen hat, „könnte tatsächlich zu Afghanistan passen“, erklärt ein beteiligter Experte, der namentlich nicht genannt werden will, dem Blatt. Dies sei an den Isotopenverhältnissen mehrerer chemischer Elemente im Haar erkennbar.

Der Münchner Staatsanwalt Martin Hofmann, der wegen des Verdachts der Verschleppung gegen unbekannt ermittelt, sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Immer mehr Puzzlesteine bestätigen die Angaben El Masris.“ Er hält die Geschichte des Neu-Ulmers auch deswegen für glaubwürdig, weil das Opfer sehr präzise und detailliert über die Entführung berichtet hat.

El Masri gibt an, er habe sein Zuhause in Neu-Ulm Ende 2003 verlassen und sei nach Mazedonien gereist, wo er festgenommen und verhört worden sei, bis er Ende Jänner 2004 von mutmaßlichen CIA-Agenten nach Afghanistan geflogen wurde.

Die Staatsanwaltschaft München will in den nächsten Tagen Rechtshilfeersuchen an die mazedonischen und amerikanischen Behörden richten, wie die „SZ“ berichtet. Den deutschen Behörden liege gegen El Masri kein belastendes Material vor.

Womöglich wurde er mit einem Mann gleichen Namens verwechselt, der im Bericht der amerikanischen 9/11-Kommission zu den Anschlägen vom 11. September genannt wird. Er soll die späteren Attentäter um Mohammed Atta dazu bewegt haben, nach Afghanistan zu reisen, um sich für den Heiligen Krieg ausbilden zu lassen. Laut „Spiegel“ haben die USA inoffiziell bereits ihr Bedauern geäußert.

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