Frauenförderung und mehr Integration

Neo-Stadträtin Wehsely setzt auf Sprachoffensive und Mädchenförderung - Wiener Gemeindebauten weiter nicht für Ausländer geöffnet - Integration schon im Kindergartenalter.

Mit Mädchenförderung, Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder, Integrationsmaßnahmen schon im Kindergarten und freiwilligen Sprachangeboten für Zuwanderer will sich neue Wiener Integrations- und Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S) profilieren. Mit der am 1. Juli 2004 vollzogenen Übernahme des Integrationsfonds als neue Magistratsabteilung 17 rücke dieser Bereich ins Zentrum der Stadtpolitik, so Wehsely heute, Montag, in ihrer ersten Pressekonferenz im Rathaus.


„Gute Integrationspolitik ist eine Politik für alle Wienerinnen und Wiener“, betonte die Stadträtin, sie solle daher die gesamte Stadtverwaltung betreffen. Zu den Aufgabe der neuen Abteilung für „Integrations- und Diversitätsangelegenheiten“ wird es unter anderem gehören, die Sprachpotenziale der Magistratsmitarbeiter zu erheben und nutzbar zu machen.

Integration von klein auf


Integration beginnt für Wehsely bereits im Kindergarten. Dort werde die Grundlage für ein positives Zusammenleben verschiedener Kulturen gelegt, so die Stadträtin unter Verweis auf Erfahrungen mit ihrem eigenen Sprössling. Sprache sei dabei der „Schlüssel zur Integration“, das gelte auch für Erwachsene. Die Wiener Kurse bezeichnete Wehsely als Erfolgsmodell, und das – anders als im Bund – auf Freiwilligkeit basierend und mit einem Kostenbeitrag von höchstens 20 Prozent für die Teilnehmer.

Keine generelle Öffnung der Gemeindebauten


Als „vom Symbolcharakter hochgespielt“ lehnte sie weiter die generelle Öffnung von Gemeindebauten für Ausländer ab. Die Einschränkung auf so genannte Notfallswohnungen sei zusammen mit der allgemeinen Wohnbeihilfe eine gute Regelung. Zudem stehe Migranten ja der geförderte Wohnbau offen.


In Sachen Frauenpolitik will Wehsely vor allem bei den Jüngsten ansetzen. Noch im laufenden Jahr soll ein spezielles Mädchentelefon geschaffen werden, das als Informationsdrehscheibe für alle zehn- bis 18-jährigen dienen wird. Fördern will die Stadträtin zudem Mädchen in technischen Berufen sowie den beruflichen Wiedereinstieg von Frauen.

Schutz von Frauen


Vorantreiben will sie auch den Schutz von Gewaltopfern, bei dem sich die Stadt durch den Betrieb von vier Frauenhäusern oder den Frauennotruf engagiere. Primär gehe es aber – schon auf Grund der Vorgaben des Gewaltschutzgesetzes – um eine Aufgabe des Bundes, und dieser ziehe sich zunehmend aus seiner Verantwortung zurück. Budgetkürzungen des Innenministeriums hätten etwa dazu geführt, dass die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie in sieben Bezirken ihre Arbeit einstellen musste. Es sei die „verdammte Aufgabe“ des Bundes, genügend Geld für den Opferschutz zur Verfügung zu stellen, kritisierte Wehsely: „Die Gewaltopfer haben schon genug gelitten.“


Redaktion: Elisabeth Skoda

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