Elsner könnte bald wieder inhaftiert werden

Ex-BAWAG-Chef Elsner, der am fünften Verhandlungstag des zweiten BAWAG-Prozesses am Donnerstag wegen Herzrhythmusstörungen erneut fehlte, könnte bald wieder inhaftiert werden. Er war im vergangenen Juli nach viereinhalb Jahren U-Haft aus gesundheitlichen Gründen auf freien Fuß gesetzt worden. Nun dürfte eine neue Expertise über seinen Gesundheitszustand vorliegen, die Elsner Besserung attestiert.
Elsner hat wieder Herzprobleme


Nach Angaben des “Kurier” stammt das neue Gutachten vom Kardiologen Joachim Borkenstein, der noch im Vorjahr wesentlich zur Enthaftung des herzkranken Ex-BAWAG-Chefs beitrug. Nach Informationen der APA soll er nun sinngemäß zum Schluss kommen, dass die neun Monate, die Elsner in Freiheit verbracht hat, sich positiv ausgewirkt haben und sich das Befinden des Ex-Bankers gebessert hat. Ob Elsner gesund genug ist, um den Rest seiner zehnjährigen Freiheitsstrafe abzusitzen, muss jetzt eine Richterin entscheiden.

Zurzeit hält sich Elsner jedenfalls im Wilhelminenspital auf. Richter Christian Böhm berichtete beim BAWAG-Prozess am Donnerstag, dass der kardiologische Sachverständige Professor Günter Leopold Steurer in seinem Auftrag im Wilhelminenspital gewesen sei und festgestellt habe, dass Elsner tatsächlich an Herzrhythmusstörungen leide. Die Causa Elsner wird weiterhin in das Prozessgeschehen nicht einbezogen.

Elsner ist bereits rechtskräftig zur Höchststrafe von 10 Jahren Haft verurteilt, er kann also keine weitere Haftstrafe erhalten. Als einziger aller neun BAWAG-Angeklagten hat Elsner bisher das Haftübel verspürt, er saß viereinhalb Jahre im Gefängnis, bis er aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt wurde.

Bei der Neuauflage des BAWAG-Prozesses ist er nur angeklagt, weil die privatbeteiligte BAWAG eine Subsidiaranklage erhoben hat. Sie erhofft sich davon eine bessere Stellung für das Zivilverfahren, wo sie sich von Elsner die Pensionsabfindung von rund 6 Mio. Euro zurückholen will.

Neben Helmut Elsner befindet sich mit Johann Zwettler derzeit auch sein Nachfolger an der BAWAG-Spitze mit gesundheitlichen Problemen im Krankenhaus. Damit scheint im zweiten BAWAG-Prozess eine weitere Abweichung vom Verhandlungsfahrplan fix: Zwettler, der im ersten Rechtsgang wegen Untreue rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hätte am Freitag als Zeuge vor dem Schöffensenat erscheinen sollen.

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