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Elektrohändler Niedermeyer meldete Insolvenz an

Der Elektrohändler Niedermeyer GmbH ist pleite. Das Wiener Traditionsunternehmen beantragte beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Dienstag mitteilte.

Der KSV geht von rund 29 Millionen Euro Schulden aus. Laut dem Sanierungsplan sollen 53 der 98 Filialen geschlossen werden, 279 von 580 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Österreichweit zweitgrößte Firmenpleite

“Wir gehen davon aus, dass die Passiva rund 28,8 Mio. Euro betragen”, sagte Christoph Vavrik vom KSV zur APA. Den rund 840 Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten. “Es ist die größte Wiener Insolvenz dieses Jahres”, sagte Vavrik. Österreichweit sei es die zweitgrößte Pleite nach Griffnerhaus in Kärnten. “Wir rechnen damit, dass die Verfahrenseröffnung rasch erfolgen wird.”

Niedermeyer 2011 mit Millionenverlusten

Niedermeyer erlitt im Geschäftsjahr 2011/12 einen Verlust von 2,9 Mio. Euro, im Jahr davor hatte das Unternehmen “noch einen geringen Gewinn in der Größenordnung von 100.000 Euro”, sagte Niedermeyer-Sprecher Rothmüller der APA. Für die Schwierigkeiten, die letztendlich zur Insolvenz führten, macht das Traditionsunternehmen “konjunkturbedingte Umsatzrückgänge und sinkende Margen” verantwortlich. Das Niedermeyer-Konzept eines “Elektronik-Nahversorgers” sei durch den boomenden Online-Handel und “Großflächendiskonter” unter Druck geraten, so Rothmüller.

Gespräche mit potenziellen Investoren laufen

Derzeit würden Gespräche mit potenziellen Investoren geführt, hieß es seitens des Unternehmens. Welche das seien, wollte der Sprecher aber nicht sagen. Es gehe nun darum, “die wesentlichen Unternehmensbestandteile zu erhalten und eine strategische Neuausrichtung” zu erreichen.

Vorarlberger und Tiroler Hypo halten Anteile

Niedermeyer befindet sich im Mehrheitsbesitz von Niedermeyer-Geschäftsführer Werner Weber (43), der über die Sapentia GmbH 50,1 Prozent am Elektrohändler hält. Die restlichen 49,9 Prozent gehören der Hypo Equity Beteiligungs AG, an der laut FirmenCompass u.a. die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank Aktiengesellschaft (43,29 Prozent) und die Hypo Tirol Bank (21,78 Prozent) wesentlich beteiligt sind. Die Eigentümer hätten in den letzten Jahren rund 6 Mio. Euro ins Unternehmen investiert – im September 2012 seien es 2 Mio. Euro gewesen, betonte Rothmüller.

Brancheninsider von Insolvenz nicht überrascht

Ein Brancheninsider meinte am Dienstag zur APA, die Insolvenz sei nicht überraschend gekommen, da führende Marken, insbesondere bei Fernsehern, bereits seit einiger Zeit nicht mehr im Angebot gewesen seien. Auch seien viele Filialen an schlechten Standorten, die zuletzt vorgestellten Konzepte zur Sanierung seien “merkwürdig” gewesen.

“Führungs-, kein Branchenproblem”

Die Niedermeyer-Insolvenz ist auf ein Führungsproblem im Unternehmen zurückzuführen, sagte Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums der Elektrofachhandels, am Dienstag auf Anfrage der APA. Es handle sich um ein Einzelproblem eines Unternehmens, der Branche insgesamt gehe es gut, 2012 sei der Rekord-Umsatz des Jahres 2011 mit 4,7 Mrd. Euro wieder erreicht worden. Die Branche werde sich aber darum bemühen, den betroffenen Lehrlingen einen neuen Betrieb zu vermitteln. Das habe man auch bei der Cosmos-Pleite im Februar 2010 so gemacht. (APA)

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