Einmal Probeliegen, bitte

©Vipress / Bestattung Wien
Bei der Langen Nacht der Museen ist das Wiener Bestattungsmuseum traditionellerweise ein Besuchermagnet. Heuer schaffte man mit einem morbid-charmanten Programm einen neuen Besucherrekord: 4.750 Wiener schauten sich im Museum um, 2.100 nutzten die Gelegenheit, in einem Sarg probezuliegen.

Die Lange Nacht im Bestattungsmuseum eröffnete Musik: Musicalhits mit einem Blick ins Jenseits aus “Elisabeth”, “Rocky Horror Picture Show” und dem “Tanz der Vampire” erklangen bis zur Geisterstunde. Teil der Bühnenshow war die historische, von schweren Norikern gezogene Bestattungskutsche, die bei der Bestattung Wien für Trauerfeiern bestellt werden kann.

Vor dem Gratis-Leichenschmaus sprach Toni Faber, Dompfarrer von St. Stephan, das Tischgebet. Beim Sargtest zeigten sich lange Schlangen. Auch Faber probierte. Denn: “Wie mein Begräbnis ausschauen soll, habe ich schon fixiert. Nur den Sarg muss ich erst aussuchen.” Gerald Pichowetz tat es ihm nach seinem vielbeklatschten Kurzauftritt gleich. Der chromblitzende “Amerikaner”, ein Sarkophag mit Hollywood-Qualitäten, gefiel ihm, noch spannender fand er aber den XXL-Sarg: “Da kann man ja sogar schwimmen.”

Das Bestattungsmuseum bietet einen interessanten und teils amüsanten Einblick in Begräbnisrituale. Zu den meist beachteten Exponaten gehören ein Rettungswecker, der vor dem gefürchteten Scheintod bewahren sollte, ein Stilett für den Herzstich und der wieder verwendbare Klappsarg aus dem 18. Jahrhundert.

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