Ein Tag gegen Armut: Vorschläge zur Armutsbekämpfung

Ein Tag gegen Armut: Vorschläge zur Armutsbekämpfung
Ein Tag gegen Armut: Vorschläge zur Armutsbekämpfung ©APA/HELMUT FOHRINGER –
In Österreich sind 268.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre armutsgefährdet. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Armut am Donnerstag werden nun Stimmen für Kindergrundsicherung und Vermögenssteuern laut.
Der Tag gegen Armut
Kinderarmut in Österreich

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Armut haben zahlreiche Organisationen und politische Gruppierungen in Aussendungen am Donnerstag ihre Vorschläge zur Armutsbekämpfung geäußert.

Kindergrundsicherung und Vermögenssteuern gefordert

Eine Kindergrundsicherung wünschen sich etwa die Katholische Jungschar und die Plattform für Alleinerziehende, die Gerkschaft GPA-djp forderte einen Mindestlohn von 1.500 Euro und für Vermögensteuern sprachen sich Jungschar und der Bund sozialdemokratischer Akademiker aus. Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) betonte, dass die Arbeitsbekämpfung auch in Zukunft ein zentrales Anliegen bleiben müsse.

Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) forderte “die Einführung einer Kindergrundsicherung für jedes Kind und jeden jungen Erwachsenen in Ausbildung, solange die Eltern unterhaltspflichtig sind”.

Finanzieller Ausgleich und Umverteilung

Auch die Katholische Jungschar sprach sich für eine “universelle Kindergrundsicherung und gegen unterschiedliche Transferleistungen wie Familienbeihilfe oder steuerliche Absetzbarkeiten” aus. Finanzieller Ausgleich und Umverteilung sollten durch Besteuerung von Vermögen erreicht werden.

Vermögensbezogene Steuern wünscht sich auch der Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen (BSA): “Der in Österreich in großem Maß vorhandene Wohlstand ist extrem ungleich verteilt”, betonte BSA-Präsident Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ).

Vorschlage gegen Armut

Der Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) forderte “deutlich mehr finanzielle Unterstützungen für die Hauptbetroffenen – nämlich für Alleinerzieher und kinderreiche Familien” und kritisierte die Streichung des Heizkostenzuschusses in Wien.

Für ein kollektivvertragliches Mindestgehalt von 1.500 Euro sprach sich – einmal mehr – die Gewerkschaft GPA-djp aus. Außerdem müssten das Angebot an Vollzeitarbeitsstellen ausgebaut und flächendeckend ausreichend leistbare Plätze in der Kinderbetreuung und Pflege bereitgestellt werden. “Armut hat leider viele Facetten, aber sie ist vor allem weiblich”, so Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp.

Spindelegger: “Müssen uns einsetzen”

Auf die internationale Situation bezog sich Außenminister Spindelegger. Armut sei regional ungleich verteilt. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie etwa Frauen, Kinder oder Menschen mit Behinderungen seien in der Regel besonders stark betroffen. “Wir müssen uns daher weiter engagiert dafür einsetzen, dass sich die Lebensbedingungen der Betroffenen nachhaltig verbessern”, so Spindelegger. Der Dachverband AG Globale Verantwortung meinte dazu, dass sich Spindelegger bisher zu wenig für die internationale Armutsbekämpfung eingesetzt habe und kritisierte, dass Österreich in diesem Bereich “zu den Schlusslichtern” gehöre.

(APA)

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