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Ein Quälgeist namens Campylobakter

Bregenz - Bakterium verursacht bereits mehr Durchfallerkrankungen als Salmonellen.

Menschen setzt die Hitze zuweilen zu. Bestimmte Krankheitserreger hingegen fühlen sich bei hohen Temperaturen erst so richtig wohl und vermehren sich in Windeseile. Die Folge können unangenehme Durchfallerkrankungen sein. Bei Salmonellen hat sich die Zahl der gemeldeten Fälle inzwischen auf relativ niedrigem Niveau eingependelt. Dafür macht ein anderes Bakterium von sich reden, der sogenannte Campylobakter. Allein im Juli wurden 38 Erkrankungen gemeldet. Im August gab es 24 Betroffene. Neu ist dieser Erreger allerdings nicht. „Es hat ihn bislang nur fast niemand gekannt“, sagt Landessanitätsdirektor Dr. Christian Bernhard.

Rückgang bei Salmonellen

An Salmonellen und Noroviren seien die Leute gewöhnt, so Bernhard. Und gut informiert, was Vorsichts- und Verhaltensmaßnahmen betreffe. Das dürfte auch der Grund sein, dass die Infektionen speziell mit Salmonellen rückläufig sind bzw. sich „im normalen Bereich“ bewegen. Im Juli gingen bei der Landessanitätsdirektion fünf Meldungen ein. Im August waren es um zwei mehr. In den Vergleichsmonaten des Vorjahres kam es im Juli zu zwölf und im August zu neun Salmonellenerkrankungen. Mit Noroviren infizierten sich heuer 13 Personen. Alle Betroffenen – ausnahmslos Erwachsene – überstanden die Erkrankungen laut Christian Bernhard problemlos.

Unkomplizierter Verlauf

Deutlichere Spuren hinterließ in diesem Sommer der Campylobakter. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Erreger vor allem von Durchfallerkrankungen. Am häufigsten kommen diese im Sommer und Herbst vor. Symptome einer Campylobakter-Infektion sind heftige, kolikartige Bauchschmerzen, wässerige Durchfälle und hohes Fieber. Die Therapie beschränkt sich mangels anderer Möglichkeiten auf den Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. „Der Erkrankungsverlauf ist in den meisten Fällen jedoch unkompliziert“, beruhigt der Landessanitätsdirektor, der das gesteigerte Interesse für diesen Keim in erster Linie auf die verbesserte Labor­überwachung und die Meldepflicht zurückführt.

Aufpassen bei Wasser

Als Auslöser für Campylobakter-Infektionen gelten unter anderem verunreinigtes Trinkwasser, vor allem in südlichen Ländern, und kontaminiertes Fleisch, z. B. nicht vollständig gegartes Geflügel. Hier setzen dann auch die Vorsichtsmaßnahmen an. „Beim Wasser, bei Fruchtcocktails und Eiswürfeln aufpassen“, rät Dr. Christian Bernhard. Dort würden sich die Erreger besonders gut vermehren. Und beim Fleisch darauf achten, dass es nicht nur halb, sondern wirklich ganz durch ist.

STICHWORT: Campylobakter

Die Erreger werden von Tieren über Lebensmittel und Trinkwasser auf den Menschen übertragen. Auch eine direkte Schmierinfektion kommt vor, vor allem bei Kindern. Für eine Infektion reichen etwa 400 Keime. Die Inkubationszeit nach einer Infektion liegt bei zwei bis fünf Tagen. Oft kommt vor dem Durchfall ein Vorstadium, das durch hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Muskel- und Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Bei Lagerung im Bereich von 25 Grad sterben die Keime ab, dafür überleben sie Kühlschranktemperaturen wochenlang. Zum Abtöten dieser Keime im Lebensmittel reichen in der Regel 55 Grad.

(VN)

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