EHFG kritisiert zunehmende Impfmüdigkeit in Europa

Die Europäer sind beim Impfen zunehmend zurückhaltend. Als Folge treten besiegt geglaubte Infektionskrankheiten wie Masern wieder vermehrt auf. Beim European Health Forum Gastein (EHFG) forderten Experten europaweite Anstrengungen, um Impfungen wieder "in die Köpfe" der Bevölkerung zu bringen, sowie bestimmte Impfungen von der öffentlichen Hand finanziell zu stützen oder kostenlos anzubieten.


Die Pocken gelten dank flächendeckender Impfprogramme inzwischen als ausgerottet, 2012 wurde Europa von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum zehnten Mal in Folge als poliofrei zertifiziert. An anderen schweren Infektionskrankheiten laboriert der Kontinent allerdings noch: “Derzeit flammen zum Beispiel Masern und Röteln in Europa wieder auf. Das WHO-Ziel, diese Krankheiten hier endgültig zu besiegen, musste von 2010 auf 2015 verschoben werden. Grund dafür ist eine fallende Impfquote, was zu einem Anstieg der Infektionen geführt hat”, betonte die österreichische EU-Parlamentarierin Karin Kadenbach.

Nur wenn 95 Prozent der Menschen gegen Masern geschützt sind, könnten Viren nicht mehr zirkulieren. In den 53 Ländern Europas sei die Impfrate jedoch nicht annähernd hoch genug. Laut einer aktuellen Studie sei die Zahl der Masernfälle von 2010 bis 2011 in der EU um den Faktor 4 angestiegen.

Die Gründe dafür lassen sich für Kadenbach dabei vor allem an drei Ursachen festmachen: Impfmüdigkeit, Impfskepsis und Impfkosten, wie sich am Beispiel der Grippe-Impfungen zeige. “Länder, die die saisonale Influenza-Impfung am wenigsten finanziell stützen, weisen auch die niedrigsten Durchimpfungsraten auf.”

Im Europavergleich ist Österreich auf den hinteren Plätzen zu finden: “Nur 37 Prozent der über 65-Jährigen sind in Österreich gegen Influenza geimpft, empfohlenes Ziel ist eine Rate von 75 Prozent”, so Kadenbach. Impfungen müssten daher politisch unterstützt und mit einer adäquaten Finanzierung gefördert werden.

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