Ehepaar nutzte Drogentherapie für Suchtgifthandel

Graz - Ihre teure Drogentherapie in Vorarlberg hat ein im Bezirk Leibnitz in der Südsteiermark wohnhaftes Ehepaar für den Handel mit Suchtgift bzw. Drogenersatzpräparaten ausgenutzt. Die beiden wurden wegen Verbrechens gegen das Suchtgiftgesetz und Betrugverdachts festgenommen, wie die Sicherheitsdirektion Steiermark am Freitag mitteilte.

Das Paar, 24 und 26 Jahre alt und aus Rumänien gebürtig, nahm die vergangenen zwei Jahre an einem Drogenentzugsprogramm in Schnifis (Bezirk Feldkirch) und in der Steiermark teil. Die Frau – sie ist österreichische Staatsbürgerin – war vom Gericht wegen eines einschlägigen Delikts zum Entzug verurteilt worden, ihrem Mann gelang es, sich seinen Aufenthalt vom Magistrat Graz aus Mitteln des Steiermärkischen Behindertengesetz finanzieren zu lassen. Für beide kostete die Therapie 230.000 Euro.

Wie der Ermittler des steirischen LKA erklärte, dürften die beiden von Beginn des Entzugs an gedealt haben: Sie verkauften die zu Therapiezwecken erhaltenen suchtgifthältigen Medikamente und das Drogenersatzmittel Substitol zum Teil mit Gewinn an Süchtige. Im Zuge der Erhebungen konnte ihnen der Verkauf von 400 Stück Substitol und 2.600 Stück suchtgifthältiger Medikamente nachgewiesen werden. Mit dem Erlös von 16.600 Euro kauften sie Heroin, nachweislich 60 Gramm, das sie von der Schweiz nach Österreich schmuggelten. Den Rest verspielten sie in Wettcafes.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen gegen das Paar nach dem Drogentod eines 14-Jährigen im September 2009. Der unter psychischen Problemen leidende Jugendliche war in der gleichen Wohnung untergebracht und von den beiden betreut worden. Dass das tödliche Heroin von ihnen stammte, konnte nicht nachgewiesen werden. Es wurde lediglich ein Verfahren wegen Vernachlässigung der Beaufsichtigungspflicht eingeleitet.

Die Ermittler in Vorarlberg und der Steiermark ließen aber nicht locker. Während der Mann noch – erfolglos – versuchte, sich die Therapie an der BH Leibnitz verlängern zu lassen, hatte sich die Beweislage mittlerweile so verdichtet, dass die Festnahme der beiden veranlasst wurde. Sie wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.

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