Ehemalige "Stadt des Kindes" wird zu Wohngebiet

Rendering der "neuen Stadt des Kindes"
Rendering der "neuen Stadt des Kindes" ©APA (Schreiner & Kastler)
Das lange Tauziehen um die Nachnutzung der städtebaulich bedeutenden, aber langsam verfallenden "Stadt des Kindes" in Wien-Penzing ist beendet. Die detaillierten Planungen liegen jetzt vor: Auf dem Areal sollen 252 Wohnungen enstehen. Die Gemeinde Wien fördert das Projekt mit acht Millionen Euro. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2010 beginnen.
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Teilweise sehen die Pläne die Erhaltung zentraler Gebäude der “Stadt des Kindes” vor. Das städtebauliche Konzept von Architekt Anton Schweighofer soll “weitgehend gewahrt” bleiben, so die Wiener Rathauskorrespondenz in einer Aussendung. Insgesamt sollen 252 Wohnungen, davon 190 geförderte und 62 freifinanzierte Wohnungen auf dem Areal entstehen. Am Montag präsentierten Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und die Architekten Manfred Wasner und Walter Stelzhammer das Gesamtkonzept.

Das Konzept sieht vor, einen möglichst hohen Anteil der Bauten der ehemaligen “Stadt des Kindes” zu erhalten. Als problematisch erwies sich hierbei die mangelnde Energieeffizienz der einzelnen Gebäudetrakte, die mit den gängigen Materialien der 70er-Jahre errichtet wurde. Eine Kombination aus Sanierung und Neubauten ist die Lösung des Architektenteams von Walter Stelzhammer, einem früheren Assistenten von “Stadt des Kindes”-Planer Schweighofer.

“Der Wunsch der Stadt Wien, einen größtmöglichen Teil des Werks von Professor Anton Schweighofer zu revitalisieren und zu erhalten, wird damit erfüllt”, so Wohnbaustadtrat Ludwig. Ein Wunsch, der nicht billig war: Die Stadt schießt dem Projekt acht Millionen Euro zu. Die Gesamtbaukosten betragen rund 37 Millionen Euro.

Das alte Gebäude mit Hallenbad, Sporthalle und Gemeinschaftsraum, sowie die beiden gegenüberliegenden “Familienhäuser” bleiben erhalten. Die Bauwerke werden thermisch-energetisch saniert, wobei das Erscheinungsbild möglichst authentisch belassen werden soll. Die beiden sanierten Familienhäuser werden insgesamt 36 geförderte Mietwohnungen bieten. Die Sporthalle wird instandgesetzt und modernisiert. Die Halle soll neben der Nutzung durch die Bewohner auch stundenweise an Sportvereine vermietet werden. Das Hallenbad soll den Bewohnern und von Schulklassen genutzt werden. Das Hallenbad wird zudem an einem Nachmittag im Monat öffentlich zugänglich sein.

Auf dem parkähnlichen Areal rund um die “Stadt des Kindes” sollen 216 Wohnungen in Neubauten entstehen. Der Start der Bauarbeiten soll im Frühjahr 2010 erfolgen, die Fertigstellung der Wohnungen ist für Mitte 2012 geplant.

Die “Stadt des Kindes” fungierte zwischen 1974 und 2002 als Kinder- und Jugendheim der Stadt. Dann wurde die Anlage im Zuge der Heimreform, nach der über die Stadt verteilt Wohngemeinschaften eingerichtet wurden, geschlossen. Eine Schutzwürdigkeit sah das Bundesdenkmalamt trotz Protesten nicht gegeben, weshalb nach einigem Hin und Her nun das vorliegende Konzept erarbeitet wurde.

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