Editors mit „einer Tonne Liebe“ live im Wiener Gasometer

Indie-Rock vom Feinsten am Dienstag in Wien: Editors live.
Indie-Rock vom Feinsten am Dienstag in Wien: Editors live. ©AP
Melancholie und Lebenslust, die große Liebe und das Verlieren der selbigen - die Editors verbinden in ihren Songs viele Emotionen, mit denen sie am Dienstagabend bei ihrem Konzert im Wiener Gasometer die Zuschauer in ihren Bann zogen.

Angeblich klingen sie ja ein bisschen wie Joy Devision. Und ein wenig wie U2. Eine Prise The National und Bloc Party sollen sie auch haben… Man kann lange darüber diskutieren, welche Ähnlichkeiten und Stilrichtungen man im Sound der Editors zu entdecken glaubt.

Die Wiener Fans konnten sich am Dienstagabend im gut gefüllten Gasometer vor allem ein Bild über die Live-Qualitäten der britischen Indie-Rockband machen. Was folgte, war ein abwechslungsreicher Konzertabend, bei dem sich süße Schwermut und tanzbarer Überschwang die Waage hielten.

Gasometer sang mit den Editors

Hing noch eine traurig-schöne Melancholie beim Eingangslied „Sugar” in der Halle, wurde diese sogleich durch die flotten Rhythmen bei „Someone Says” oder „Smokers Outside The Hospital Doors” abgelöst. Einseitigkeit sollte es bei den Editors nicht geben.

Sänger Tom Smith ließ seine markante Bariton-Stimme durch die Menge schweben, schmiegte sich ans Mikrofon, untermalte die Lieder mit lebhafter Gestik und Mimik. Geredet wurde von Seiten der Band an dem Abend kaum – eindeutig die Musik sollte das Publikum erreichen, nicht große Worte.

Und das gelang in jedem Fall: Lautes Mitsingen und viel Jubel im Gasometer bei bekannten Hits wie „All Sparks” oder „Munich”. Mit im Gepäck hatten die Briten auch die ohrwurmtauglichen Nummern ihres aktuellen Albums „The Weight of Your Love”. Mehr Gitarren und weniger Synthesizer lautet hierbei die Devise – und schon standen die Füße nicht mehr still, als die Liebe mit einer giftigen chemischen Verbindung bei „Formaldehyde” verglichen wurde und dann endgültig Stadionrock-Stimmung bei „A Ton Of Love” aufkam.

Frontmann Tom Smith als Entertainer

Die Energie zog sich durch das ganze beinahe zweistündige Konzert, trotz mangelnden Dialogs ließen die Musiker ihre sichtbare Freude am Spielen auf die Zuhörer übergehen. Die letzten Kraftreserven wurden schließlich bei den Zugaben am Ende hervorgeholt, Band und Publikum gaben noch einmal alles. Frontmann Smith, ganz der Entertainer, hüpfte kurzerhand aufs Klavier und dirigierte ein gefühlvolles „Nothing” in voller Länge, bei dem die geballten Emotionen fast schon greifbar in der Luft schienen.

Zu guter Letzt wurden die Wiener Fans nochmals so richtig zum Abtanzen und Durchklatschen animiert, als „Papillon” das lautstarke Finale bildete.

Stellt sich also nur noch die Frage: Wie klingt diese fünfköpfige Indie-Formationen nun tatsächlich? Antwort: Die Editors klingen eben wie die Editors. Und das ist auch genau richtig so.

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