Ebola-Patientin in Nigeria geheilt - Kenia verhängt Einreisestopp

Das Ebola-Virus droht, auf Afrikas bevölkerungsreichstes Land Nigeria überzuspringen.
Das Ebola-Virus droht, auf Afrikas bevölkerungsreichstes Land Nigeria überzuspringen. ©EPA
Ebola verläuft in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. In Nigeria hat eine Ärztin die Krankheit überlebt - und weitere Patienten sind auf dem Weg der Besserung. Dennoch breitet sich das Virus weiter aus.

Eine vor mehreren Wochen an Ebola erkrankte Ärztin in Nigeria ist wieder gesund. Die Frau sei aus dem Krankenhaus in Lagos entlassen worden und könne nun wieder ein normales Leben beginnen, sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu am Samstagabend. Auch fünf weitere der insgesamt zwölf in dem westafrikanischen Land bestätigten Infizierten seien auf dem Weg der Besserung und “fast geheilt”, hieß es.

Nigeria: Regierungsmitarbeiter war “Patient Zero”

Alle Fälle in Nigeria gehen auf einen Mitarbeiter der liberianischen Regierung zurück, der Ende Juli auf dem Flughafen der Millionenmetropole Lagos mit Ebola-Symptomen zusammengebrochen und wenig später in Quarantäne gestorben war. Drei Menschen, die sich bei ihm angesteckt hatten, sind mittlerweile tot. 189 Personen werden weiter überwacht, jedoch habe keiner von ihnen bisher Anzeichen der Erkrankung gezeigt, so Chukwu.

Kenia verhängt Einreiseverbot

Derweil verhängte Kenias Gesundheitsministerium einen Einreisestopp für Menschen aus den von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern. Die Regelung solle ab kommenden Dienstag gelten, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Dabei geht es vor allem um Fluggäste aus den Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea, die in das ostafrikanische Kenia einreisen wollen. Die Fluggesellschaft Kenya Airways kündigte an, ihre Flüge nach Liberia und Sierra Leone ebenfalls ab Dienstag auszusetzen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt, dass in Kenia ein erhöhtes Risiko für das Übergreifen der Epidemie aus Westafrika bestehe. Der Flughafen der Hauptstadt Nairobi gilt als wichtiges Drehkreuz im afrikanischen Luftverkehr.

Patienten flüchten aus Krankenhäusern

Erste Ebola-Fälle waren im März in Guinea bestätigt worden, obwohl vermutlich schon seit Dezember Menschen an dem Virus erkrankt waren. Die Epidemie hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Seit einigen Wochen ist auch Nigeria betroffen.

Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas flüchten Berichten zufolge immer mehr Ärzte und Pfleger aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus aus den Krankenhäusern. Betroffen sei vor allem das Yaba Mainland Hospital in Lagos, wo mehrere Infizierte auf Isolierstationen lägen, wie die Zeitung “Punch” am Samstag schrieb. Viele Mediziner hätten auf Druck ihrer Familien die Klinik verlassen. In der liberianischen Hauptstadt Monrovia stürmte am Sonntag ein wütender Mob ein Krankenhaus, 17 Ebola-Patienten entkamen so aus der Quarantäne.

Hinzu kommt ein Ärztestreik, der schon länger als sieben Wochen dauert. Das wenige noch verbliebene Krankenhauspersonal arbeite derzeit rund um die Uhr, um zu versuchen, den Patienten das Leben zu retten, hieß es. “Jeder scheint große Angst vor Ebola zu haben, und niemand will helfen, was eine große Herausforderung darstellt”, sagte der örtliche Gesundheitskommissar Jide Idris.

Verdacht auf Ebola in Spanien

Im spanischen Alicante wurde ein Nigerianer mit Verdacht auf eine mögliche Ebola-Infektion in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses gebracht. Wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten, hatte der Afrikaner wegen Fiebers eine Klinik in der Hafenstadt im Südosten des Landes aufgesucht.

Die Ärzte stellten Symptome einer möglichen Ebola-Infektion fest. Sie überwiesen den Mann, der kürzlich in sein Heimatland gereist war, daraufhin in eine Spezialklinik. Labortests müssen nun zeigen, ob er wirklich an der gefährlichen Krankheit leidet. Frühe Ebola-Symptome wie etwa Fieber oder Durchfall können auch von etlichen anderen Erkrankungen wie etwa Malaria herrühren.

In Madrid war am vergangenen Dienstag ein Spanier an Ebola gestorben. Der Geistliche hatte sich in Liberia mit dem Virus infiziert und war zur Behandlung nach Spanien ausgeflogen worden.

Ebola: Keine Impfung, kein Heilmittel

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine zugelassene Impfung noch ein Heilmittel. Bis vergangenen Mittwoch wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 1100 Ebola-Tote registriert, es gab mehr als 2100 bestätigte und Verdachtsfälle. Bei der ersten Epidemie in Westafrika handelt sich um den mit Abstand schwersten Ausbruch, seit das Virus 1976 in der heutigen Demokratischen Republik Kongo entdeckt wurde. (red/APA/dpa)

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