Duell Schieder gegen Ludwig: 981 Delegierte entscheiden Häupl-Nachfolge

Am 27. Jänner 2018 werden beim außerordentlichen Landesparteitag 981 stimmberechtigten Delegierte über die Nachfolge von Bürgermeister Michael Häupl als Wiener SPÖ-Chef und auch als Bürgermeister entscheiden.
Andreas Schieder im Porträt
Michael Ludwig im Porträt
23 Jahre Bürgermeister Häupl
Häupl im Porträt
Schieder kandidiert als Häupl-Nachfolger
Schieder vs Ludwig
Ludwig wirbt in Schreiben
Schieder zum Parteitag
Hearings von Schieder und Ludwig
Nachfolge-Entscheidung am Parteitag
Häupl und Schieder gegen Regierung
Häupl zu seinen Nachfolger
"Kein Streit in der Wiener SPÖ"
Ludwig und Schieder einzige Kandidaten

Andreas Schieder und Michael Ludwig sind die Namen der Anwärter und Kontrahenten, die die Mehrheit der Delegierten für sich entscheiden müssen. Große Relevanz kommt dabei den Bezirken zu.

Schieder gegen Ludwig: 981 Delegierte stimmen über Häupl-Nachfolge ab

Die roten Bezirksorganisationen stellen fix 600 Delegierte, also etwas weniger als zwei Drittel, hieß es aus der Landespartei am Freitag auf APA-Anfrage. Dabei gilt: Die Anzahl der jeweiligen Delegiertenstimmen bemisst sich nach der Mitgliederstärke der Bezirkspartei – je mehr Mitglieder, desto mehr Wahlberechtigte.

Die genaue Aufschlüsselung wird von der Partei allerdings weiterhin nicht verraten. Unstrittig ist allerdings, dass große Bezirke wie Floridsdorf, Simmering oder die Donaustadt naturgemäß mehr Wahlberechtigte stellen als kleine Bezirke etwa innerhalb des Gürtels. Dass die Flächenbezirke geschlossen den jetzigen Wohnbaustadtrat, den Floridsdorfer Ludwig, und die Innergürtelbezirke den geschäftsführenden SPÖ-Klubchef im Bund, den Penzinger Schieder, unterstützen, dürfte aber kein zulässiger Schluss sein.

Wien - Kandidaten fŸr HŠupl-Nachfolge
Wien - Kandidaten fŸr HŠupl-Nachfolge

So setzt sich der Delegiertenkreis zusammen

Insgesamt zählt der Delegiertenkreis aktuell 981 Mitglieder, verrät man in der Partei. Zu den 600 Bezirksdelegierten kommen noch 157 Abgesandte des Wiener Ausschusses. Dabei handelt es sich um das größte Gremium der Landespartei, in dem die Parteispitze, Gemeinderäte und Bezirksvorsteher genauso vertreten sind wie rote Mitglieder der Bundesregierung.

Dazu kommen noch 204 Vertreter von rund 30 roten Organisationen, wovon allein 120 von der Gewerkschaft gestellt werden. Letztere wird wohl auch nicht zu 100 Prozent geschlossen abstimmen – wiewohl die kürzliche Äußerung von FSG-Chef Christian Meidlinger, Ludwig zu wählen, doch eine klare Stoßrichtung vorgeben dürfte. Der Rest entfällt auf Vorfeld- und Teilorganisationen wie die Sozialistische Jugend, die Kinderfreunde, die Mietervereinigung, den Wirtschaftsverband oder auch die Red Biker und den Arbeitersängerbund. Auf sie kommen je ein bis sechs Stimmberechtigte. Der Rest auf die Gesamtzahl von 981 wird vom Wiener Prüfungsausschuss (18) und dem Wiener Frauenkomitee (2) gestellt.

Sonderparteitag doch medienöffentlich

Der Sonderparteitag der Wiener SPÖ am 27. Jänner wird doch nicht teilweise hinter verschlossenen Türen stattfinden. Das haben die Gremien der Stadt-Roten am Montag entschieden, wie eine Sprecherin der APA berichtete. Auch die Präsentation der Kandidaten und die anschließende Diskussion wird somit – entgegen der ursprünglichen Pläne – medienöffentlich sein. Zuletzt hatten sich beide Kandidaten für die Nachfolge von Parteichef und Bürgermeister Michael Häupl, also sowohl der geschäftsführende SPÖ-Klubchef im Parlament, Andreas Schieder, als auch Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gegen rein interne Programmpunkte ausgesprochen. Angedacht war, Zuhörer erst zur Verkündung des Abstimmungsergebnisses zuzulassen.

Verabschiedung Häupls am Nachmittag des 27. Jänners

Der Ablauf des mit Spannung erwarteten Parteitags bleibt unverändert. Vor der Präsentation der Bewerber wird SPÖ-Bundesparteivorsitzender Christian Kern das Wort ergreifen. Am Nachmittag, nach der Rede des neuen Wiener-SPÖ-Chefs, steht die Verabschiedung Häupls auf dem Programm – der seit 1993 der mächtigsten roten Landesorganisation vorsteht. Jedenfalls nur intern werden die beiden Hearings sein, bei denen sich Ludwig und Schieder den Delegierten stellen. Die erste Ausgabe findet morgen, Dienstag, statt. Kommenden Samstag stehen die Kandidaten dann ein weiteres Mal den Genossen Rede und Antwort.

(APA/Red.)

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