Drogenkrieg geht während des Papstbesuchs weiter

Der Drogenkrieg in Mexiko wirft seinen Schatten auf den Papstbesuch: Am Tag der Ankunft von Benedikt XVI. im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato am Freitag kamen im Land verteilt bei Bluttaten in Zusammenhang mit der Drogenkriminalität zwei Dutzend Menschen ums Leben, wie der Online-Dienst "Proceso" bilanziert.


Benedikt XVI. hatte zum Auftakt seines viertägigen Besuches in Mexiko zum Kampf gegen Drogenhandel und Gewalt aufgerufen. Man müsse “das Übel demaskieren” und den Götzendienst des Geldes entlarven, der die Menschen versklave, sagte er während des Fluges von Rom nach Leon. Aufgabe der Kirche sei, die Gewissen zu schärfen. “Die Kirche ist keine politische Macht, keine Partei, sondern eine moralische Instanz”, sagte der Papst.

Seit 2006 kamen laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen mehr als 50.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg ums Leben. Wiederholt hatten in den vergangenen Wochen Kirchenvertreter an die Drogenbanden appelliert, während des Papstbesuchs die Waffen schweigen zu lassen. Vor einer Woche erschienen in Guanajuato Plakate von zwei Drogenkartellen mit der Aufschrift “Willkommen, Benedikt”. Dies wurde als Angebot eines Gewaltverzichts gedeutet.

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