Diözese feiert Bischof Elmar Fischer

Feldkirch - Am kommenden Freitag feiert die Diözese Feldkirch im Rahmen zweier Priesterweihen offiziell das Jubiläum "Fünf Jahre Bischof Elmar Fischer".

Der 73-jährige Fischer wurde am 3. Juli 2005 zum dritten Bischof der jüngsten Diözese Österreichs geweiht. Legte er mit geschickten Personalbestellungen zunächst noch einen guten Start in seine Bischofszeit hin, erwies sich das hohe kirchliche Amt in weiterer Folge als immer schwerere Bürde für den ausgebildeten Psychotherapeuten. Zahlreiche verbale Fehltritte und zuletzt auch glaubhafte Gewaltvorwürfe gegen seine Person prägten seine bisherige Ära als Bischof.

Wenn Fischer im kommenden Jahr 75 Jahre alt wird, muss er bei Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt einreichen. Nicht wenige hatten angesichts der Vorwürfe gegen Fischer allerdings damit gerechnet, dass seine Zeit als Bischof bereits im heurigen Frühjahr zu Ende geht. Mit einer halbherzigen Entschuldigung bei seinen angeblichen Gewaltopfern – der Bischof meinte wörtlich: “In meiner Erinnerung stellen sich die Dinge im Konkreten anders dar” – war die Affäre jedoch erledigt und die Öffentlichkeit zufrieden.

Aber schon davor war Fischers Zeit als Bischof von Feldkirch dominiert von einer tiefen Kluft des Gottesmannes zur medial geprägten Informationsgesellschaft, von Missverständnissen und umstrittenen Aussagen. Zuletzt polarisierte der streng konservative Fischer mit seiner Meinung, dass Ohrfeigen “für junge Menschen hilfreich” sein können (was er später wieder zurücknahm).

2009 war die öffentliche Entrüstung groß, als Fischer Homosexualität für heilbar erklärt hatte. Die tags darauf folgende Entschuldigung – “Ich ging von einem offenkundig nicht mehr letztaktuellen wissenschaftlichen Stand der Literatur aus” – mochte man dem Bischof nur mit großem Wohlwollen glauben. Vor allem auch deshalb, weil Fischer als “Rückfalltäter” galt: Bereits 1996 hatte er als damaliger Generalvikar der Diözese seine tiefe Skepsis gegenüber Homosexualität in einem Rundbrief an die katholischen Pfarrämter kundgetan.

Ebenfalls nicht anfreunden konnte sich Fischer mit dem Gedanken an Moscheen mit Minaretten im Land. Die Vorarlberger würden es nicht ertragen, wenn jetzt eine Moschee gebaut würde, ließ er 2008 wissen, nicht ohne anzumerken: “Ich sitze in der Provinz unter den Leuten, wie sie halt in Vorarlberg sind”. Abseits der von großen Bevölkerungsteilen als unmöglich empfundenen Feststellungen war Fischer in den vergangenen Jahren hingegen kaum öffentlich wahrnehmbar.

Mit zunehmender Anhäufung seiner zielsicheren Sprünge in allerlei Fettnäpfchen ging Fischer auch der von allem Anfang an nicht übermäßig große Rückhalt im Vorarlberger Klerus verloren. Und auch viele Vorarlberger Gläubige zogen ihre Konsequenzen. Sie quittierten Fischers Aussagen (und die Missbrauchsfälle im Kloster Mehrerau), indem sie der Kirche den Rücken kehrten. 2009 wurde mit 2.515 Austritten ein Rekord verzeichnet, der 2010 pulverisiert werden wird. Allein bis Mitte Mai schlossen über 2.600 Vorarlberger mit der Kirche ab.

Fischer hat das Bischofsamt von Klaus Küng übernommen, der ihn am 6. März 1989 zum Generalvikar der Diözese Feldkirch bestellt hatte. Nach der Abberufung von Küng nach St. Pölten stand Fischer ab Oktober 2004 der Diözese operativ als “Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators” vor, ehe am 3. Juli 2005 die Bischofsweihe erfolgte.

Der am 6. Oktober 1936 in Feldkirch-Tisis geborene Fischer absolvierte zunächst eine Volksschullehrer-Ausbildung, anschließend studierte er von 1955 bis 1961 an der Universität Innsbruck Theologie. 1961 wurde er vom ersten Feldkircher Bischof Bruno Wechner zum Priester geweiht. Von 1962 bis 1965 war er als Kaplan in Lustenau tätig, bevor er als Pfarrprovisor für fünf Jahre nach Sibratsgfäll (Bregenzerwald) ging. Während dieser Zeit verfasste er seine Dissertation, die sich mit der Seelsorge im Generalvikariat Feldkirch auseinandersetzte.

Von 1970 bis 1982 war Fischer Rektor des diözesanen Studieninternats Marianum in Bregenz, ab 1974 zusätzlich Direktor der staatlich anerkannten diözesanen Lehranstalt für Ehe-, Familien- und Lebensberatung (bis 1990). In diesen Jahren arbeitete Fischer auch in der Ehe- und Familienberatung, der Ehevorbereitung und Familienbildung. Von 1979 bis ebenfalls 1990 leitete Fischer das von ihm mitbegründete Ehe- und Familienzentrum der Diözese Feldkirch.

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