Diskussionen über Nachbesetzung

Nachbesetzung eines verstorbenen Allgemeinmediziners in Schruns oder nicht? Diese Frage beschäftigt nicht nur den Vorstand der Vorarlberger Gebietskrankenkasse.

Auch zwischen den niedergelassenen Ärzten und den Politikern ist eine Diskussion über Sinn oder Unsinn entbrannt.

Dabei scheint die Lösung bereits definiert: „Unsere Aufgabe ist es, die Sicherheit der Versorgung zu gewährleisten“, sagt der Obmann der Gebietskrankenkasse, Dipl.-Vw. Wieland Rainer, und schließt eine Nachbesetzung keinesfalls aus. Wie auch die Schaffung einer zusätzlichen Kassenstelle in der Kummenbergregion. „Nicht die eine oder andere Variante, sondern beide stehen zur Debatte“, stellt Rainer eine mögliche Verlegung der Schrunser Kassenstelle in die Kummenbergregion außer Diskussion.

Geteilter Meinung

Was der Auffassung des Schrunser Gemeindechefs Erwin Bahl entgegenkäme. „Volle Wartezimmer und die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigen, dass ein vierter Allgemeinmediziner in unserer Gemeinde eine Notwendigkeit ist.“. Dr. Johann Trippolt, praktischer Arzt im Sprengel Schruns/Tschagguns/Bartholomäberg, teilt diese Meinung keinesfalls. „Bereits während der Krankheit unseres verstorbenen Kollegens hat die Versorgung der knapp 8300 Einheimischen und der Urlaubsgäste bestens funktioniert. Ein Beweis dafür, dass eine Nachbesetzung ganz und gar nicht erforderlich ist.“ Die Ärztekammer gibt ihm Recht: „Es gibt andere Regionen im Ländle, die unterbesorgt sind. Zudem ergänzen viele Fachärzte und Ambulanzen das Angebot im Montafon“, setzt der Sprecher der praktischen Ärzte, Dr. Walter Gmeiner, eindeutige Zeichen.

Engpass Großwalsertal

Einen weiteren „Versorgungsengpass“ will die Gebietskrankenkasse in naher Zukunft beheben. Im Großen Walsertal hatte über zwei Jahre ein Pilotprojekt – Dr. Albert Walz hatte Unterstützung von seiner Kollegin Dr. Alexandra Steininger erhalten –die medizinische Versorgung gewährleistet. Anfang dieses Jahres endete die Kooperation, heute behandelt Dr. Walz die 3500 Einwohner wieder im Alleingang. „Der Beschluss ist gefasst, die finanziellen Mittel bereits reserviert“, signalisiert VGKK-Obmann Wieland Rainer jetzt die Bereitschaft für einen zweiten Allgemeinmediziner für das Große Walsertal. „Was fehlt, sind eindeutige Regelungen zwischen den Ärzten selbst.“

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