Die „Hyttn“ bleibt

©Fotocredit: bz/Kickenweiz
Der Evaluierung des „Hauses Johnstraße 45“, der "Pankahytt'n", sollen Maßnahmen für ein besseres Miteinander von Anrainern und Bewohnern folgen. Stadtreporter Video: Tag der offenen Tür 2007  | Stadtreporter Video: Punks fühlen sich überwacht 

Ein Jahr ist vergangen seitdem circa 25 junge Obdachlose in der Johnstraße 45 ihr neues Heim bezogen haben. Bis jetzt gibt es noch immer Aufregung um das Projekt, viele Anrainer sind frustriert, weil sich am Hauptproblem, der Lärmbelästigung nichts geändert habe. Bei mehreren runden Tischen versuchte man, Konflikte mit den Anrainern zu lösen – mit mäßigem Erfolg. Jetzt wurde das „Haus Johnstraße 45″ evaluiert. Auf Drängen der Anrainer wurde diese Überprüfung nicht wie geplant vom Projektbetreiber, dem Fonds Sozialen Wien (FSW), durchgeführt. Die Agentur „diepartner.at” hat zur Evaluierung vierzehn Interviews durchgeführt und unter anderem sieben Anrainer, Betreuer, Direktoren, einen Polizisten sowie die Projektleitung zu ihren Eindrücken befragt.

In einer einstündigen Präsentation wurden die Ergebnisse nun den Anrainern vorgestellt. Viele waren nur in den Festsaal der Bezirksvorstehung gekommen, um zu hören, ob das Projekt an seinem derzeitigen Standort bestehen bleibt. Nachdem das „Ja” auf diese Frage gefallen war, verließen einige den Saal, andere äußerten ihre Frustration: Es habe sich nichts geändert, die runden Tische seien Zeitverschwendung. Die Ergebnisse mit sieben befragten Anrainern seien nicht ernst zu nehmen, so der Tenor im Saal.

Die bz hat die wichtigsten Ergebnisse der Evaluation hier noch einmal zusammengefasst:

Ein Teil der Befragten fühlt sich durch die Bewohner der Johnstraße 45 kaum oder nicht gestört, eine Gruppe von Nachbarn, fühlt sich aber massiv beeinträchtigt. Die Sozialarbeiter schildern schwierige Arbeitsbedingungen. Für die Projektleitung ist die Schaffung von Wohnraum für die Jugendlichen ein wichtiger Erfolg. Als schwierig wird die Ablehnung der Sozialarbeiter durch die Bewohner sowie die Auffassungsunterschiede zwischen Bewohnern und Projektbetreibern hinsichtlich des Status des Hauses (Autonom vs. betreut – Anm. d. Red.) betrachtet.

Ein Ziel des Wohnprojektes ist die persönliche und soziale Stabilisierung der „Punks”. Nach Aussagen des Betreuungsteams handele es sich bei den Bewohnern um eine heterogene Gruppe. Dementsprechend unterschiedlich seien die Betreuungserfolge. Der feste Wohnsitz den die Bewohner haben, bringe eine Regelmäßigkeit in ihren Tagesablauf. Auch der Gesundheitszustand der Bewohner habe sich verbessert. Beim Alkoholmissbrauch einzelner Bewohner zeigen sich erste Erfolge, hier sei aber noch Handlungsbedarf gegeben.

Die 24-Stunden-Anwesenheit der Sozialarbeiter vor Ort wird von den Bewohnern abgelehnt. Abgesehen vom äußeren Erscheinungsbild des Hauses und seiner Bewohner scheinen diese im Umkreis des Hauses eher unauffällig. Laut Aussagen des befragten Polizisten sei man mit der Situation sehr zufrieden. Auch die Direktoren der nahe liegenden Schulen beschreiben die Situation als unproblematisch. Einige Anrainern bezeichnen die Situation als entspannt. Die befragten Nachbarn des direkt angrenzenden Hauses berichten aber von Problemen.

Infos: www.diepartner.at

Text: Monika Kickenweiz

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