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Jetzt fix: Deutschland stuft Österreich als Hochrisikogebiet ein

Deutschland stuft Österreich ab Sonntag wieder als Corona-Hochrisikogebiet ein.
Deutschland stuft Österreich ab Sonntag wieder als Corona-Hochrisikogebiet ein. ©APA/dpa/Tobias Hase
Ab Sonntag erklärt Deutschland Österreich wieder zum Hochrisikogebiet. Das gab der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag bekannt. Das bedeutet Quarantäne bei der Einreise für nicht Genesene und Geimpfte.
Österreich wird für Deutschland Hochrisikogebiet

Deutschland erklärt Österreich wegen der gestiegenen Corona-Infektionszahlen ab Sonntag wieder zum Hochrisikogebiet, das teilte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitag in Berlin mit. Nicht geimpfte und nicht genesene Österreicher bzw. deutsche Urlaubsrückkehrer müssen damit ab Sonntag nach der Einreise in Deutschland in Quarantäne. Ein Freitesten aus der zehntägigen Quarantäne ist frühestens nach dem fünften Tag möglich.

Spahn bestätigte laut Reuters bei der Pressekonferenz in Berlin am Freitagvormittag, was bereits erwartet worden war: Österreich gilt ab Sonntag, 0.00 Uhr aus deutscher Sicht als Hochrisikogebiet, was die Ausbreitung des Coronavirus betrifft. Zu Mittag folgte dann die offizielle Einstufung auf der Homepage des staatlichen Robert-Koch-Instituts. Demnach sind nur die Gemeinden Mittelberg und Jungholz und das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee von den verschärften Einreisebestimmungen ausgenommen. Neben Österreich kamen auch Tschechien und Ungarn auf die deutsche Liste der Risikogebiete. Die USA gelten dagegen ab Sonntag nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Ausnahme für Pendler

Basierend auf der deutschen Coronavirus-Einreiseverordnung gilt für den kleinen Grenzverkehr sowie für Grenzpendler und Grenzgänger aber eine Ausnahme von der Anmelde- und Absonderungspflicht. "Für Arbeitnehmer und Personen, die sich weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufhalten, ändert sich damit vorerst nichts", sagte der bayrische Landrat Bernhard Kern (CSU) am Freitag laut dpa. Schwer werde es erneut für Paare, deren Partner jenseits der Grenze leben, für Familien und Freunde.

Deutschland stuft Österreich erneut als Hochrisikogebiet ein

Als Hochrisikogebiete werden vom Robert-Koch-Institut Länder und Regionen mit besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Mit der Einstufung ist automatisch auch eine Reisewarnung des deutschen Auswärtigen Amts verbunden, wie eine Sprecherin am Freitag auf APA-Anfrage bestätigte. Eine Reisewarnung erleichtert deutschen Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

Geimpfte und Genesene sind von der ab Sonntag wieder geltenden Quarantänepflicht ausgenommen. Sie müssen sich künftig vor der Einreise nach Deutschland verpflichtend digital anmelden und dabei ihr Impf- oder Genesungszertifikat hochladen. Bei der Einreise ist die Bestätigung der Anmeldung mitzuführen.

Hiobsbotschaft für Österreichs Touristiker

Für die heimische Tourismus- und Gastrobranche ist die Einstufung eine Hiobsbotschaft. Die Einschränkung trifft zwar in erster Linie ungeimpfte Gäste, das Problem ist aber, dass sich Kinder unter zwölf Jahren in Deutschland immer in eine fünftägige Quarantäne begeben müssen, unabhängig davon, welche Maßnahmen für die Eltern gelten. Damit könnte es dennoch Stornierungen hageln.

Touristiker befürchten daher, dass Urlauber mit Kindern unter zwölf Jahren den Winterurlaub in Österreich nun absagen. "Österreich tut alles dafür, umso rasch wie möglich wieder von der Liste der Hochrisikostaaten gestrichen zu werden", sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Freitag in einer Stellungnahme. Köstinger will in Bezug auf die Kinder unter 12 Jahren für eine gleichlautende Regelung wie in Österreich einsetzen. Laut einer aktuellen Umfrage der Österreich Werbung, auf die das Tourismusministerium verweist, machen Familien mit Kindern unter 12 Jahren knapp 22 Prozent der deutschen Gäste aus.

Bundeskanzleramt reagierte gefasst auf Entscheidung Deutschlands

Das Bundeskanzleramt reagierte am Freitag gefasst auf die Entscheidung des für den heimischen Tourismus wichtigen Nachbarlandes: "Wir haben die Entscheidung des Robert-Koch-Institut erwartet und wurden von unseren Nachbarn darüber auch vorab informiert", hieß es in einer Stellungnahme. Die Einstufung zeige die Wichtigkeit der Impfung - egal ob ersten, zweiten oder dritten Stich. "Denn für die voll immunisierten Menschen hat die Einstufung aus Deutschland keine Auswirkung, sie müssen auch weiterhin nicht in Quarantäne. Das entspricht im Übrigen der in Österreich geltenden Regelung von 2G im Freizeitbereich", hieß es gegenüber der APA.

Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zeigte sich nicht überrascht. Die Reisewarnung habe sich "bereits abgezeichnet", sagte Platter auf APA-Anfrage. Der Landeshauptmann, dessen Bundesland zu den besonders von der Maßnahme betroffenen zählt, betonte aber, dass für Geimpfte und Genesene der Urlaub ohne große Einschränkungen möglich sein wird. "Sicherheit ist das Herzstück des heurigen Winterurlaubs", meinte Platter, der darauf verwies, dass Deutschland aktuell rund 70 Länder als Hochrisikogebiete einstufe. Die Tiroler Tourismusbetriebe und Skigebiete hätten sich jedenfalls mit "umfassenden Hygiene- und Sicherheitskonzepten" akribisch vorbereitet.

Einreise für Nicht-Genesene und Geimpfte mit Quarantäne

Österreich war erst vor fünf Monaten - im Juni - von der deutschen Risikoliste gestrichen worden. Im vergangenen Herbst hatte die Bundesrepublik die österreichischen Bundesländer nacheinander auf die Risikoliste gesetzt und schließlich am 1. November ganz Österreich - mit Ausnahme des Kleinwalsertals und Jungholz - zum Risikogebiet erklärt.

Über den Sommer hatte Deutschland die Reisewarnungen für alle EU-Länder aufgehoben. Zuletzt wurden die Slowakei, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Slowenien wieder auf die Liste der Hochrisikogebiete gesetzt.

Weitere Informationen zum Coronavirus finden Sie hier.

(APA/Red)

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