Deutschland: Dioxin-Freilandeier verkauft

In mehreren deutschen Bundesländern sind nach Informationen von „Bild am Sonntag“ Freilandeier verkauft worden, die mit überhöhten Mengen des als krebserregend geltenden Giftes Dioxin belastet waren.

Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) sagte der Zeitung: „Wir befürchten Rückruf- und Vernichtungsaktionen von belasteten Eiern.“

Für Baden-Württemberg teilte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg der Zeitung zufolge nach Stichproben mit, dass in den vergangenen vier Jahren sieben Prozent aller in den Handel gelangten Bio- und Freilandeier zuviel Dioxin enthielten. Die Europäische Union (EU) erlaubt bis zu drei Pikogramm Dioxin pro Gramm Fett, also drei Billionstel Gramm. Dagegen habe das Freiburger Amt, das landesweit kontrolliert, Spitzenwerte von bis zu 16,5 Pikogramm ermittelt – gemessen in einem Betrieb nördlich von Ulm im Jahr 2003. In Bayern ergaben Messungen dem Bericht zufolge, dass in den vergangenen beiden Jahren mehr als 20 Prozent der Freilandeier den Dioxin-Grenzwert der EU überschritten. In Niedersachsen lagen demnach sogar 28 Prozent der Freilandeier über den zulässigen drei Pikogramm Dioxin.

Die Freilandhühner nehmen die Dioxin-Gifte durch ständiges Picken aus dem Boden auf. Deshalb schneiden Eier von Käfighühnern in allen Tests der Länderbehörden besser ab: Sie liegen nach „BamS“-Informationen zu mehr als 99 Prozent unter dem EU-Grenzwert. Generell ist die Dioxin-Belastung bei Freilandeiern um das 2,5-fache höher als bei Eiern aus Käfighaltung.

Der Dioxin-Grenzwert der EU für Nahrungsmittel gilt seit dem 1. Jänner auch für Freilandeier. Sie waren als einziges Lebensmittel ausgenommen, weil eine Mehrheit der Mitgliedsstaaten eine bereits beschlossene Regelung außer Kraft setzte. Nach Berichten von Tierärzten ist die Dioxin-Belastung in Holland und Belgien noch dramatischer als in Deutschland. In der Region Antwerpen wurde laut „BamS“ bei Freilandeiern ein durchschnittlicher Dioxinwert von 9,9 Pikogramm ermittelt – mehr als dreimal so hoch wie die EU erlaubt. In den Niederlanden liegen demnach 26 Prozent der untersuchten Eier über der zulässigen Grenze.

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