Deutscher Minister schmuggelte Teppich

Für den deutschen Entwicklungshilfeminister Niebel hat ein 30 Kilogramm schweres Andenken ausAfghanistan ein Nachspiel.

Der Politiker habe einen bei einem offiziellen Besuch in Kabul für Privatzwecke gekauften Teppich vom deutschen Auslandsgeheimdienst kostenfrei nach Berlin bringen lassen, bestätigte Niebels Ministerium vorherige Berichte. Er will nun seine möglichen Schulden begleichen.

Bei dem geheimdienstlichen Transport am 20. Mai von der afghanischen in die deutsche Hauptstadt habe es sich “nicht um eine Amtshilfe, sondern einen persönlichen Gefallen” gehandelt, erklärte Niebels Ministerium. Mitgenommen wurde der in der deutschen Botschaft zwischengeparkte Teppich demnach in einer Maschine von Gerhard Schindler, dem Chef des Bundesnachrichtendiensts). “Es wurde kein Preis vereinbart, es erfolgte keine Bezahlung”, erklärte das Ministerium.

Niebel sieht sich schuldlos

“Ich hatte vor, den Teppich bei meinem nächsten Afghanistan-Aufenthalt als persönliches Gepäck mit nach Deutschland zu nehmen”, ließ sich Niebel zitieren. “Das hätte ebenso keine Kosten verursacht wie der jetzige Transportweg, über den ich mich gefreut hatte, weil ich auf diese Art nicht so lange auf den Teppich habe warten müssen”, fügte er hinzu. Nach Angaben von “Spiegel Online” kostete der Teppich umgerechnet gut 1.100 Euro.

Zur Übergabe des Teppichs in Schönefeld erklärte Niebels Ministeriums, diese sei “auf dem Rollfeld für nichtkommerzielle Flüge” erfolgt. Laut “Spiegel Online” lud ein Fahrer des Ministers das Souvenirs dort von dem BND-Flieger in seinen Kofferraum. “Durch ein Missverständnis” sei dann “die unmittelbare Nachverzollung versäumt” worden, teilte das Ministerium mit. Erst nach der Anfrage von “Spiegel Online” sei am Mittwoch um “Erteilung eines Steuerbescheids” gebeten worden. “Selbstverständlich komme ich jederzeit sämtlichen Rechtspflichten in meinem dienstlichen und privaten Handeln nach”, beteuerte Niebel selbst.

 

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