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Der "Wiener Datedoktor"

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Mann steht vor einem schier unüberwindbaren Hindernis: Er möchte eine Frau ansprechen und weiß nicht wie. Der Wiener „Datedoktor“ Robert Devite hat schweißnassen Händen und plumpen Sprüchen den Kampf angesagt.

Seine Tipps für die Frühjahrs-Flirtsaison 2006 verriet er der APA: „Absolutes NO-GO sind Kino und Abendessen bei Kerzenschein.“ Ideal für ein erstes Kennenlernen seien Orte, an denen ständig etwas los ist. So gehe der Gesprächsstoff nicht aus.

Im Frühling starten laut Zahlen des Partnerinstituts „Parship“ rund 1,4 Millionen österreichische Singles nach dem langen, kalten Winter wieder in die Flirtoffensive. „Frauen wie Männer können endlich die figurbetontere Frühlingsmode wieder aus dem Schrank holen und wenn man den Medizinern glauben kann, bringt die Sonne noch zusätzlich unsere Hormone in Fahrt“, sagte der auf Flirten spezialisierte Kommunikationstrainer. Die Zeitumstellung sei ein zusätzlicher Bonus, um nach der Arbeit noch etwas zu unternehmen.

Zu Ostern würden sich für eine erste Kontaktaufnahme mit dem „Objekt der Begierde“ Cafes auf Einkaufsstraßen, Plätze, auf denen viel los ist, Festivals oder sportliche Aktivitäten eignen. „Beim ersten Nachfolge-Date schlagen diese Orte jedes Candle-Light Dinner“, meinte der Experte. Das menschliche Gehirn reagiere viel positiver auf ein Umfeld mit bunten Eindrücken als auf eine gedämpfte Stimmung. „Wenn viel um uns herum passiert, bieten sich außerdem automatisch Gesprächsthemen an und peinliche Pausen können gar nicht erst entstehen“, riet der Datedoktor. Auch ein Kinosaal eigne sich daher nicht zum Kennenlernen: Zwei Stunden stummes Schweigen würde jeden Flirt lähmen, meinte Devite.

Bis zum heiß ersehnten Date, müssen Singles jedoch einige Flirthürden überwinden. Fettnäpfchen stehen bei der ersten Kontaktaufnahme genügend bereit, weiß der Experte: „Dumm sind alle Sprüche, die vorbereitet klingen.“ Unter den „aktuellen Spitzenreiter“ rangiere derzeit etwa „Dein Vater muss ein Dieb sein, deine Augen funkeln wie Diamanten“.

Ein guter erster Satz soll laut Devite ein lockeres Gesprächsthema einleiten, wie zum Beispiel „Kannst du mir ein gutes Buch für den Urlaub empfehlen?“ Überraschend oft funktioniere auch ein einfaches „Du gefällst mir, ich möchte dich gerne kennen lernen“.

Immer mehr Singles bedienen sich auch nonverbaler Kommunikation, um einen Flirt anzubahnen. Ein Trend aus den USA, so genannte „LED-Gürtel“ mit leuchtenden Liebesbotschaften, seien in einer „bestimmten Gruppe derzeit der Renner“. Diese Signale seien aber genauso wenig ernst zu nehmen wie eindeutige Hinweise, aufgedruckt auf T-Shirts. „Die Träger spielen einfach mit ihrer Sexualität“, erklärte der Flirtguru.

Um im reizüberfluteten Umfeld einer Discothek aufzufallen, würden sich die Signalfarben und Texte jedoch eignen. Grundsätzlich gelte:
Wer interessant wirken will, sollte sich von der Masse abheben. „Wer vor dem Gespräch schon ins Auge fällt, macht einen starken ersten Eindruck“, sagte Devite. Ob dieser dann positiv oder negativ sei, hänge von der „Zielperson“ ab.

Im Frühsommer registriere der Trainer, der Seminare an der „Flirt-Akademie“ in Wien und in Deutschland hält, immer wieder verstärkte Nachfrage nach seinen Tipps und Tricks. Kurse gab es bisher ausschließlich für das „starke Geschlecht“. „Die Nachfrage ist bei Männern einfach größer“, begründete der Lehrer. Vermittelt wird den Schülern ein Leitfaden, „mit dem sie immer wissen, wo sie im Flirt stehen und was sie als nächstes tun können“, erklärte Devite. Auch Frauen sollen perfektes „Anbandeln“ in Zukunft lernen können.

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