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"Der nackte Mann" von Munch bis zum Go-Go Dancing im Linzer Lentos

Pele und Franz Beckenbauer unter der Dusche, Fort Lauderdale, 1977. (Teutloff Photo + Video Collection, Bielefeld)
Pele und Franz Beckenbauer unter der Dusche, Fort Lauderdale, 1977. (Teutloff Photo + Video Collection, Bielefeld) ©Lentos Kunstmuseum
Am Selbst- und Fremdbild der Männer orientiert sich die Ausstellung "Der nackte Mann", die ab Freitag im Kunstmuseum Lentos in Linz zu sehen ist.
"Der nackte Mann" im Lentos Linz
"Nackte Männer" in Wien

Im Gegensatz zur Wiener Schau “nackte männer” im Leopold Museum gab es ein braves Plakat-Sujet und keine Aufregungen im Vorfeld. Die über 300 Exponate reichen von Gemälden, Skulpturen und Videos bis hin zu einer “Go-Go Dancing Platform”. Die Werke von Edvard Munch, Louise Bourgeois, Keith Haring, Pierre et Gilles und vielen mehr sind in zwölf Kapiteln wie “Adam”, “Ich”, “Penis” oder “Pose” geordnet. Kuratiert haben die nach eigene Angaben größte Schau des Museums Lentos-Direktorin Stella Rollig, Elisabeth Nowak-Thaller und Sabine Fellner, die sie auch am Mittwoch in einer Pressekonferenz präsentierten.

Lentos: Männlichkeit im Wandel

Nicht in erster Linie kunsthistorisch, sondern im sozialen Kontext betrachten die drei Kuratorinnen das Thema Männlichkeit und seinen Wandel in den vergangenen gut hundert Jahren. “Es geht nicht um splitterfasernackt, sondern um einen schonungslosen Blick, um Verletzlichkeit und Ungeschütztheit”, so Rollig. Dazu leiht sie sich ein Zitat der amerikanischen Konzept-Künstlerin Barbara Kruger “Your body is your battleground”, also der Körper als Schlachtfeld, um den Hintergrund zu verdeutlichen.

Die Schau setzt in der Zeit um 1900 ein. “Bis dahin war die männliche Nacktheit in der Kunst nur als mythologischer Held oder christlicher Märtyrer dargestellt”, so Fellner. Dann habe sich das Bild geändert, Feminismus, Industrialisierung, Psychoanalyse und andere Strömungen führten zu einer Krise und einem anderen Blick auf die Männlichkeit. Hier setzten Künstler wie Schiele und Gerstl mit Selbstakten ein, die sich selbst in der Rolle des Objekts darstellten, wie dies zuvor nur Frauen zugekommen war, so Fellner.

Größtes Exponat: Riesen-Penis

Die Einteilung in zwölf Kapitel wie “Bizeps”, “Herrschaft”, “Schwul”, “Knabe”, “Alter” sei leicht gefallen, da bei der Recherche immer wieder dieselben Themenkreise auftauchten. Nowak-Thaller bezeichnete das Porträt “Leigh Bowery” von Lucian Freud, eine Leihgabe der Tate Gallery London, als den “Superstar der Ausstellung”. Das größte Exponat ist mit fünf Metern Keith Harings “The great wide way”, ein Riesen-Penis mit Bildergeschichte. Fast daneben eine Fotografie von Annie Leibovitz, die Haring nackt, aber bemalt, zeigt.

Die erfrischende Anordnung nach Kapiteln ist ein enormer Gewinn für die Ausstellung, macht sie sehr spannend. Da hängen unter dem Topos “Adam”, das Nacktheit und Natur thematisiert, Edvard Munchs “Männer am Meer” aus 1908 neben “Ständerphotos” der Gruppe Gelitin aus dem Jahr 2000. Unter “Posen” ist ein weiteres Highlight, “Kaiserlicher Akt” von Silvia Sleigh, zu sehen. Sleigh malt Männer in typischen Frauen-Haltungen, wie hier sich auf einer Couch rekelnd. Daneben David la Chapelles “Promiglanz” oder Richard Avedons Silbergelatine-Abzug von Balletttänzer Rudolf Nurejew. Je ein Apollo von Pierre et Gilles findet sich bei “Posen” und “Schwul”. Name-Dropping ist also sehr wohl möglich, aber auch junge und unbekanntere Künstler gibt es zu entdecken. Wer den richtigen Zeitpunkt erwischt, kann die “Go-Go Dancing Platform” von Felix Gonzalez-Torres in Aktion erleben: Einmal am Tag wird auf ihr ein Tänzer im Silberhöschen sein Können zeigen, zu Musik, die nur er aus seinem Walkman hört.

Keine Zusammenarbeit mit Leopold Museum in Wien

Eine Zusammenarbeit mit dem Wiener Leopold Museum, das vergangene Woche “nackte männer” eröffnete, sei von Linz nie angedacht worden, sagte Rollig. Das Museum habe eine Anfrage des Lentos um Leihgaben mit diesem Wunsch beantwortet, das sei aber nicht mehr möglich gewesen, so Rollig. Denn das Lentos habe bereits früh mit dem Ludwig Museum in Budapest kooperiert, wo die Ausstellung ab Frühjahr 2013 gezeigt wird. Die Leihgaben aus Wien kamen “nur in Spurenelementen”, Schlüsselwerke von Schiele und Gerstl gar nicht. Der fast gleichlautende Titel und die Eröffnung eine Woche vor dem Lentos sei ein Affront. Die Ausstellung in Wien habe sie noch nicht gesehen, werde sie aber noch besuchen. (APA)

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