Den Ärztebedarf in Vorarlberg langfristig sichern

LSth. Markus Wallner, LH Herbert Sausgruber, KHBG-Direktor Gerald Fleisch, Studienautorin Ines Grabner
LSth. Markus Wallner, LH Herbert Sausgruber, KHBG-Direktor Gerald Fleisch, Studienautorin Ines Grabner ©VLK/T. Mair
Bregenz - In den Vorarlberger Spitälern droht in den nächsten zehn Jahren zwar kein akuter Fachärztemangel, in manchen Bereichen könnte aber ein Personalengpass drohen. Das geht aus einer aktuellen Ärztebedarfsstudie hervor, die am Dienstag im Pressefoyer der Vorarlberger Landesregierung präsentiert wurde. "Wir müssen die Weichen für die Zukunft frühzeitig richtig stellen", betonte Gesundheitslandesrat Markus Wallner.

Von den 501 Fachärzten (Stand: Dezember 2009) an den Vorarlberger Krankenanstalten werden 2015 40 mindestens 65 Jahre alt sein, im Jahr 2020 sind es 90. Stellt man diesen zu erwartenden Abgängen die Zahl der in Ausbildung befindlichen Fachärzte gegenüber, so könnte sich bis 2015 in der Psychiatrie, bis 2020 auch in den Fachbereichen Dermatologie, Augenheilkunde, HNO und physikalischer Medizin personeller Handlungsbedarf ergeben.

“Das Land und die Krankenhäuser haben bereits ein Maßnahmenpaket mit den Schwerpunkten Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Maturantenvorbereitungen und Personalmanagement geschnürt”, unterstrich Wallner. Als besonders wesentlich erachtete er die Verbesserung der Arbeitsbedingungen an den Spitälern. Im kommenden Jahr werde man dafür zusätzlich eine Million Euro ausgeben, so der Landesstatthalter. Damit sollen eine bessere Bezahlung für neu eintretende Fach- und Oberärzte, drei Stellen für Dokumentationsassistenten oder auch eine bessere Vergütung der Rufbereitschaft sowie der Zeitanrechnung der Nachtdienste bei Intensivbehandlungseinheiten finanziert werden.

Der Landesrat kritisierte außerdem die Zugangsbeschränkungen zum Medizinstudium und forderte vom Bund, die Anzahl der Studienplätze zu erhöhen. In den Jahren 2006 bis 2008 nahmen zwischen 17 und 28 Vorarlberger das Studium der Humanmedizin auf, von 2001 bis 2007 gab es pro Jahr rund 46 Absolventen aus dem Ländle. Wallner kündigte für das Frühjahr eine umfassende Information der Vorarlberger Maturanten über das Medizinstudium an, zudem werde man gemeinsam mit der Bildungseinrichtung Schloss Hofen Vorbereitungsseminare für den Eingangstest anbieten. Ebenfalls an den Bund richtete Wallner den Appell, die Facharztausbildung kürzer zu gestalten.

Spitalsärztesprecher Burkhard Walla nannte die Zahlen in einer Aussendung alarmierend, eine “besorgniserregende Entwicklung” stellte er insbesondere bei der Zahl der Medizinstudenten aus Vorarlberg fest. Weiters bemängelt wurde von Walla, dass die Stimmung unter den Spitalsärzten nicht erhoben worden sei. Durch die extremen Arbeitszeiten würden diese zunehmend den Absprung suchen und auch finden. “Entscheidend für die Zukunft sind die richtigen Rahmenbedingungen, damit Ärzte weiterhin gerne an den Vorarlberger Spitälern arbeiten wollen”, so Walla.

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