"Demontage des Dornbirner Krankenhauses"

Keine Aufnahmen in der Nacht, Ausgliederung wichtiger Abteilungen: Sollte eine Studie des Landes umgesetzt werden, erwarten das Dornbirner Krankenhaus düstere Zeiten.

„Für das Dornbirner Krankenhaus sind unglaubliche Umstrukturierungen angedacht“, bangt sich Stadträtin Dr. Gabi Sprickler-Falschlunger um die Zukunft des stadteigenen Hauses, das gerade um 14 Millionen Euro um- und ausgebaut wird. Die Ärztin und SP-Politikerin verweist auf eine noch unveröffentlichte Studie des Landes, die, sollte sie auch nur in Teilen verwirklicht werden, die Spitalslandschaft des Landes komplett verändern würde. Die Folge wäre, so Sprickler-Falschlunger, eine Demontage des Spitals. Da sich alle anderen Häuser in der Hand der Krankenhausbetriebsgesellschaft befinden, deren Eigentümer zu 98 Prozent das Land ist, befürchtet die Stadträtin, dass Dornbirn bewusst zum Handkuss kommen soll.


Brisante Vorschläge

Laut Sprickler-Falschlunger enthält die Studie brisante Vorschläge. So soll das Dornbirner Spital während der Nacht und am Wochenende keine Patienten mehr aufnehmen. Akute innere Erkrankungen müssten in Bregenz behandelt, verunfallte Personen sollten gleich nach Hohenems eingeliefert werden. Unfallambulanz und Unfallchirurgie würden aufgelöst. Der größte Hammer: Die erst vor drei Jahren eingerichtete finanziell attraktive orthopädische Abteilung soll samt Personal nach Hohenems übersiedeln. Es gebe auch Überlegungen, ob die Kinderstation in ein anderes Krankenhaus wandert. Im Gegenzug soll Dornbirn die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe von Hohenems bekommen. Außerdem soll Dornbirn einen Fachschwerpunkt für Krebserkrankungen bilden.


Kontrolle des Landes

Die Dornbirner SPÖ vermutet nun, das Land wolle das letzte „widerspenstige Krankenhaus“ unter seine Kontrolle bringen, was einer stillen Übernahme gleich käme. SP-Chef Mag. Gebhard Greber und Sprickler-Falschlunger kündigen an, gegen „die in der Studie aufgezeigten Verschlechterungen für das Dornbirner Krankenhaus“ auf die Barrikaden zu steigen. Bürgermeister DI Wolfgang Rümmele wird aufgefordert, mit seinen Parteifreunden in der Landesregierung ein ernstes Wort zu reden. „Im Interesse der Dornbirnerinnen und Dornbirner ist es notwendig, in aller Entschiedenheit einer Umsetzung der Landesstudie entgegenzutreten“, zeigt sich die Messestädter SP-Spitze kämpferisch. Es gehe auch darum, den Versorgungsauftrag des Spitals zu erhalten.

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