Debatte um toten Rekruten: Anonyme Evaluierung gibt es schon seit 2014 

Doskozil erklärte, dass es beim Bundesheer bereits seit 2014 eine anonyme Evaluierung gibt.
Doskozil erklärte, dass es beim Bundesheer bereits seit 2014 eine anonyme Evaluierung gibt. ©APA (Sujet)
Grün-Jugendsprecher Julian Schmid forderte angesichts des Todes eines 19-jährigen Rekruten eine anonyme Evaluierung von Bundesheer-Ausbildnern. Diese ist längst Wirklichkeit, erklärte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Seit 2014 werden Grundwehrdiener laufend zur Ausbildung befragt: 100.000 Fragebögen wurden seither ausgefüllt und 2.200 Führungskräftefeedbacks gegeben.
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Eingeführt wurde das Führungskräftefeedback beim Bundesheer mit der Wehrdienstreform 2014. Jeder Grundwehrdiener beantwortet drei Mal während des Präsenzdienstes – in der 2., 12., und 22. Ausbildungswoche – einen Fragebogen. “Alleine 2017 sind bis dato mehr als 11.600 Grundwehrdiener befragt worden, mehr als 5.500 werden heuer noch folgen”, berichtete Doskozil.

Doskozil: Grundwehrdiener werden schon seit 2014 befragt

Diese anonyme Befragung sei ein zentrales Element für die Weiterentwicklung und Verbesserungsmaßnahmen. “Es ist wichtig zu wissen, wie unsere jungen Mitarbeiter ihre Ausbildung und ihren Alltag erleben. Wir testen damit auch das Führungsverhalten ab.” Die gewonnenen Daten würden den Kommandanten eine Rückmeldung über die Ausbildung bzw. die Einstellung der Grundwehrdiener geben. Die Befragten können auch konkrete Vorschläge und Kommentare zu einzelnen Ausbildern abgeben.

Gefragt werden die Rekruten im Führungskräftefeedback, wie sie den Einberufungsprozess und die ersten Wochen nach dem Einrücken, die Ausbildung mit den Kameraden und Vorgesetzten, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung erleben, wie sie die eigene Einsatzbereitschaft erleben und welche Einstellung sie zum Bundesheer haben.

Auswertung der Fragebögen: Das Ergebnis

Die Auswertung der Fragebögen für 2016 – durch den Heerespsychologischen Dienst – ergab, dass sich mehr als 92 Prozent der Rekruten innerhalb der Kameraden wohlfühlen. Die Zufriedenheit mit den Ausbildungsmethoden ist seit 2014 deutlich – um fast neun Prozentpunkte – auf 62 Prozent gestiegen. Fast 80 Prozent hatten Vertrauen in ihre Vorgesetzten. Drei Viertel – auch (um vier Prozentpunkte mehr als 2014) fühlten sich von ihnen respektvoll behandelt. Über 80 Prozent der Grundwehrdiener empfanden die Anforderungen der Ausbildung als angemessen.

Mit dem Freizeitangebot waren mehr als 70 Prozent zufrieden, fast ebenso viele mit der militärischen Ausrüstung. Und drei Viertel fanden ihre Entscheidung, Grundwehrdienst zu leisten, rückblickend für richtig.

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(APA/Red)

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