D: Mannesmann-Prozess geht zu Ende

Deutschlands spektakulärster Wirtschaftsprozess, das Düsseldorfer Mannesmann-Verfahren, nähert sich nach fast sechs Monaten dem Ende.

Am Mittwoch schloss die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer nach 32 Verhandlungstagen die Beweisaufnahme. Bereits am Mittwoch kommender Woche soll die Staatsanwaltschaft mit ihrem Schlussplädoyer beginnen. Das Urteil könnte Mitte Juli fallen.

Nach dem Abschluss der Beweisaufnahme zeigten sich die Verteidiger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser zuversichtlich, dass das Verfahren mit Freisprüchen für die Angeklagten enden werde. Ackermanns Anwalt Klaus Volk sagte, die Kammer habe bereits Ende März in einem Rechtsgespräch deutlich gemacht, dass sie keine Grundlage für einen Schuldspruch sehe. Seitdem habe die Beweisaufnahme die Position der Verteidigung nur verstärkt.

Auch Esser-Anwalt Sven-Thomas meinte: „Das Ergebnis ist absehbar. Ich rechne mit einem Freispruch.“ Daran änderten auch die jüngsten Berichte nichts, dass Vodafone nach der Mannesmann-Übernahme Wertberichtigungen in Höhe von 50 Mrd. Euro vornehmen musste. Dies habe keinen Bezug zum Verfahren, sagte der Anwalt.

Vor dem Düsseldorfer Landgericht müssen sich seit Jänner neben Ackermann und Esser auch der frühere Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk, der ehemalige IG-Metall-Chef Klaus Zwickel sowie zwei weiteren Manager wegen des Vorwurfs der „gemeinschaftlichen Untreue in einem besonders schweren Fall“ beziehungsweise Beihilfe dazu verantworten. Sie sollen laut Anklage die Übernahme von Mannesmann durch den Mobilfunkriesen Vodafone Anfang 2000 genutzt haben, um Managern und Ex-Vorständen des Unternehmens ungerechtfertigte Abfindungen in Höhe von fast 60 Mio. Euro zuzuschieben.

Allein die Staatsanwaltschaft wird nach eigenen Angaben zwei Verhandlungstage für ihr Schlussplädoyer benötigen. Weitere zwei Verhandlungstage sind für die Plädoyers der Verteidiger vorgesehen.

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